Der Pharmakonzern Novartis sieht sich auf Kurs: Die Portfolio-Bereinigung sei abgeschlossen und das Management fokussiere sich voll und ganz auf die Umsetzung der definierten strategischen Prioritäten. Die Kernmarge will Novartis im laufenden Jahr trotz Frankendruck dank der Portfolio-Bereinigung und Produktivitätssteigerungen im Rahmen der Ende Januar anlässlich der Bilanzmedienkonferenz abgegebenen Guidance weiter verbessern, wie der Konzern am Donnerstag anlässlich einer Investorenkonferenz erklärte.

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Damals stellte Novartis aus dem weitergeführten Geschäft nebst einer Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich einen Anstieg des operativen Kernergebnisses im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das zur Verfügung stehende Kapital will Novartis für eine starke und wachsende Dividende sowie das Geschäft ergänzende Akquisitionen einsetzen. Untergeordnete Priorität hätten Aktienrückkäufe, wie es weiter heisst.

Die Forschungspipeline ist prall gefüllt und man erziele in allen Divisionen starke Innovationsfortschritte, heisst es weiter. Novartis nimmt nach eigener Einschätzung im Bereich Pharma mit 143 aktiven Programmen, über 500 laufenden Testverfahren und mehr als 300 im Jahr 2016 zu startenden Verfahren eine weltweit führende Position ein.

Blockbuster winken

Im Fokus stehen bei den Medikamenten weiterhin das Psoriasis-Medikament Cosentyx und das Herzmittel LCZ696. Für Cosentyx rechnet Novartis nach abgeschlossener Phase-III-Studien in der EU im ersten Halbjahr 2016 mit einer Empfehlung des beratenden Ausschusses (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, in den USA könnte das Medikament in der zweiten Hälfte 2016 von der Gesundheitsbehörde FDA zugelassen werden. Cosentyx dürfte zu einem Blockbuster mit einem Spitzenumsatz von 4 bis 5 Milliarden Dollar aufsteigen, glaubt Novartis. Als «Blockbuster» bezeichnet man ein Medikament, das jährlich einen Umsatz von mehr als 1 Milliarden Dollar erzielt.

Bei LCZ696 werde die Lancierung ebenfalls vorbereitet. In den USA, Kanada und der Schweiz seien die Arbeiten der Behörden dazu weit fortgeschritten, wobei das Medikament in den USA unter dem Namen «Entresto» vermarktet werden soll.

GSK-Portfolio mit Potenzial

Auch das vom Mitbewerber GlaxoSmithKline (GSK) erworbene Onkologieportfolio entwickle sich gut. Mit den Präparaten Votrient, Tafinlar, Mekinist und Promacta habe Novartis im letzten Jahr einen Umsatz von 2,0 Milliarden Dollar generiert. Novartis sieht das Potential, aus den Glaxo-Medikamenten durch Markterweiterung und neue Indikationen drei Blockbuster zu formen.

Die Integration der neuen Onkologie-Assets schreite zügig voran, so Novartis. Rund 1800 neue Mitarbeiter in 60 Ländern seien zu dem Unternehmen gestossen. Die zusätzlichen Aussendienst-Mitarbeiter in den Top-20-Märkten seien voll operativ.

Bessere Marge durch mehr Produktivität

Einen gewichtigen Beitrag zur Steigerung der Kernmarge erhofft sich der Konzern unter anderem von den Produktivitätsgewinnen, welche dank der Arbeit der Dienstleistungseinheit Novartis Business Services (NBS) erreicht werden sollen. Die NBS konsolidiert verschiedene geschäftsunterstützende Dienstleistungen, die bisher über verschiedene Divisionen verteilt waren.

Die Einheit sei seit diesem Jahr voll operativ tätig, so Novartis weiter. Rund 8700 Mitarbeitende seien von den Divisionen in diesen Bereich transferiert worden. Bei NBS bündelt Novartis Kosten im Umfang von 5 Milliarden Dollar und im ersten Quartal hätten sich die Einsparungen auf rund 350 Millionen belaufen. Für die globalen Dienstleistungszentren wurden fünf Standorte ausgewählt.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Kostenblock bei NBS gegenüber dem Vorjahr stabil zu halten – auch wenn der Umsatz wächst.

(awp/ise/ama)