Die Opel-Mutter General Motors kann erste Erfolge bei der Sanierung des gebeutelten Europa-Geschäfts verbuchen. Im ersten Quartal verringerte sich der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Europa auf 175 Millionen Dollar von 294 Millionen Dollar vor einem Jahr, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte.

Für den Gesamtkonzern reichte es zu einem Nettogewinn von 900 Millionen Dollar, was einem Minus von zehn Prozent zum Vorjahr entspricht. Erst im April hatte der US-Branchenprimus angekündigt, vier Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, um die europäischen Marken Opel und Vauxhall zu stärken. Dank des harten Sparkurses und neuer Fahrzeuge seien Fortschritte im Europa-Geschäft erkennbar, erklärte Konzernchef Dan Akerson. Finanzvorstand Dan Ammann betonte allerdings, es sei noch zu früh, hier von einer Talsohle zu sprechen.

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Europa zurück zur Gewinnschwelle

Opel schreibt seit vielen Jahren rote Zahlen. Ammann bekräftigte das Ziel, bis Mitte des Jahrzehnts in Europa die Gewinnschwelle zu erreichen. Längst haben sich die Amerikaner Verstärkung ins Boot geholt.

Im vergangenen Jahr schloss der Konzern eine weitreichende Allianz mit dem angeschlagenen französischen Autobauer Peugeot zur Entwicklung neuer Fahrzeuge. Bei Transportern arbeitet der Konzern bereits mit Renault zusammen. In diesem Jahr will GM weltweit mehr als 40 neue Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Nordamerika leicht rückläufig

In Nordamerika lief das Geschäft für GM zufriedenstellend. Das bereinigte Betriebsergebnis fiel leicht auf 1,4 Milliarden Dollar von 1,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz ging in den ersten drei Monaten des Jahres um 2,4 Prozent auf 36,9 Milliarden Dollar zurück, lag damit aber ebenfalls über den Erwartungen und leicht über den Erlösen des heimischen Konkurrenten Ford.

Beim Gewinn gelang dies GM nicht. Hier schnitt Ford mit 1,6 Milliarden Dollar trotz ebenfalls hoher Verluste in Europa besser ab.

Anleger störte dies nicht. Sie honorierten vor allem, dass die Opel-Mutter bei den Quartalszahlen die Erwartungen übertraf. Vorbörslich stieg die GM-Aktie mehr als vier Prozent.

(vst/aho/reuters)