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Luftfahrt
Trotz Umsatzdelle: Swiss fliegt Millionengewinn ein

Swiss: Tochter der deutschen Lufthansa.

Die Fluggesellschaft Swiss hat einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die Airline begründet dies mit dem anhaltenden Preiszerfall in der Branche.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Die Fluggesellschaft Swiss hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 4,8 Milliarden Franken und einen Betriebsgewinn (EBIT) von 429 Millionen Franken erreicht, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte. Gegenüber den vor einem Jahr publizierten Geschäftszahlen sind diese Eckwerte damit um 4,7 respektive um 5,3 Prozent tiefer ausgefallen.

Swiss-Chef Thomas Klühr zeigt sich dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. «Insgesamt hat Swiss ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich», lässt er sich in der äusserst knapp gehaltenen Mitteilung zitieren. Darin steht denn auch, dass die Airline den Umsatz auf Vorjahresniveau habe halten könnten. Dies jedoch nur, weil die Fluggesellschaft rückwirkend den Umsatz 2015 nach unten korrigiert hat ohne Angabe von Gründen.

Mehr Passagiere

Aus den bereits Anfang Januar publizierten Verkehrszahlen geht hervor, dass die Lufthansa Tochter 2016 die angebotenen Sitzkilometer um 6,6 Prozent, die Frachttonnenkilometer um 7,1 Prozent und die Zahl der Passagiere um 1,3 Prozent auf einen neuen Höchststand von 16,5 Millionen Fluggäste hat steigern können.

Gleichzeitig sank der für die Profitabilität wichtige Wert des Sitzladefaktors um 2,1 Prozent auf 81,3 Prozent. Der Frachtladefaktor reduzierte sich um 0,7 Prozent auf 75,2 Prozent.

Vorsichtiger Ausblick

Beim Ausblick zeigt sich das Management von Swiss vorsichtig. Aufgrund des anspruchsvollen Wettbewerbsumfelds, des starken Frankens, der unsicheren geopolitischen Lage sowie des wieder deutlich gestiegenen Ölpreises erwarte die Fluggesellschaft für 2017 einen operativen Gewinn leicht unter dem Niveau des Vorjahres, heisst es in der Mitteilung.

Die Swiss gehört zum deutschen Luftfahrtkonzern Lufthansa. Das abgelaufene Jahr war turbulent für den Mutterkonzern. Im Sommer kappte Lufthansa wegen der Anschläge in Europa seine Gewinnprognose, nur um sie im Oktober wieder zu erhöhen. Die Piloten streikten wiederholt. Der seit fünf Jahren schwelende Konflikt steht aber vor der Beilegung.

Von Ryanair geschlagen

Gleichzeitig gab es 2016 am europäischen Himmel eine Wachablösung. Die Lufthansa wurde von Ryanair als grösste europäische Airline verdrängt. Voriges Jahr beförderte die Lufthansa zusammen mit den Töchtern 109,7 Millionen Passagiere, ein Plus von 1,8 Prozent. Mit der irischen Billiggesellschaft flogen im gleichen Zeitraum 117 Millionen Menschen – 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitliche Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch grosse Flughäfen anzufliegen. Als Antwort baut die Kranich-Fluglinie den eigenen Low-Cost-Konkurrenten auf, unter anderem durch die Übernahme von Air Berlin-Fliegern.

(reuters/ise/mbü)

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