Der Umsatz des Chemiekonzerns Clariant ist im dritten Quartal 2015 erneut von Währungseffekten belastet worden. Die Verkäufe der fortgeführten Geschäfte reduzierten sich um 6 Prozent auf 1,41 Milliarden Franken, in Lokalwährungen ergab sich hingegen ein Plus von 2 Prozent. Dabei zogen sowohl die Volumen als auch die Verkaufspreise um je 1 Prozent an, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die anhaltend hohen Währungsschwankungen und dies insbesondere beim brasilianischen Real zurückzuführen. Das starke Wachstum in Amerika mit einem Umsatzplus in Lokalwährungen von 20 Prozent in Lateinamerika und von 2 Prozent in Nordamerika habe sich fortgesetzt. In Europa dagegen kam es zu einem Rückgang von 1 Prozent, was die schwächere Nachfrage der Endmärkte widerspiegle.

Mehr Reingewinn

Der EBITDA vor Einmaleffekten aus fortgeführten Geschäften ging um 2 Prozent auf 207 Millionen zurück (LW +8 Prozent). Die EBITDA-Marge vor Sondereffekten erhöhte sich dabei um 70 Basispunkte auf 14,7 Prozent. Diese Verbesserung sei vorrangig auf die Geschäftsbereiche Care Chemicals, Catalysis und Natural Resources zurückzuführen. An Einmaleffekten wurden 27 Millionen Franken verbucht; der Geldfluss aus betrieblichen Aktivitäten erreichte 131 Millionen.

Der Reingewinn mit den weitergeführten Geschäften zog minim auf 60 Millionen Franken an. Im nicht-weitergeführten Geschäft wurde ein Gewinn von 8 Millionen erzielt, womit sich ein konsolidierter Reingewinn von 68 Millionen ergab. Damit wurden die Analysten-Prognosen ziemlich genau getroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1,41 Milliarden und für den EBITDA vor Einmalkosten bei 209 Millionen.

Ausblick wird bestätigt

«Clariant konnte trotz der zunehmend schwierigen Wirtschaftslage auch im dritten Quartal 2015 den Geschäftsverlauf erneut verbessern», wird in der Mitteilung CEO Hariolf Kottmann zitiert. «Wir haben gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr ein Umsatzwachstum von 2 Prozent Lokalwährungen erzielt sowie eine höhere operative Profitabilität erreicht. Wir sind deshalb zuversichtlich, trotz der anhaltend durchwachsenen Wirtschaftslage insbesondere in den Schwellenmärkten, und angesichts sehr volatiler Währungen, unsere Ziele in Bezug auf Wachstum, Profitabilität und Cashflow für das Jahr zu erreichen.»

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Für das Gesamtjahr 2015 wird denn auch der bisherige Ausblick bestätigt. Demnach wird ein Umsatzwachstum in lokalen Währungen im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet sowie eine EBITDA-Marge vor Einmaleffekten, die über der des Gesamtjahres 2014 (14,2 Prozent) liegt.

Bestätigt wird auch das mittelfristige Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemieunternehmen zu erreichen. Dies entspreche einer EBITDA-Marge vor Einmaleffekten von 16 bis 19 Prozent und einer Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) über dem Branchendurchschnitt.

(awp/mbü)