Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN stellt seine Jahresziele angesichts der Ukraine-Krise auf den Prüfstand. Ob die Prognose zu halten sei, werde sich in den nächsten Monaten zeigen, sagte ein Sprecher der VW-Tochter am Freitag in München. «Der Ausblick der MAN-Gruppe wird sich voraussichtlich nicht gravierend ändern», schränkte er ein.

Das Management werde sich bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen am 28. Oktober zur aktuellen Lage äussern. Der Sprecher bestätigte, dass die Lkw- und Bus-Sparte ihre Prognose kassiert habe. Statt eines operativen Ergebnisses spürbar über dem des Vorjahres erwarte man nun eines erheblich darunter, zitierte die «Börsenzeitung» (Freitagausgabe) Lkw-Chef Anders Nielsen.

Eingetrübtes Geschäft in Russland

Das Unternehmen begründete die Prognosekorrektur bei Truck & Bus mit dem eingetrübten Geschäft in Russland. Nielsen hatte bereits am Dienstag auf der Branchenmesse IAA in Hannover gesagt, er erwarte in Russland einen Rückgang des Marktes für westliche Lkw-Hersteller um bis zu 25 Prozent. Für Europa geht die VW-Tochter von einem Rückgang um zehn bis 15 Prozent aus. MAN macht drei Viertel seines Geschäfts in Europa.

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Dämpfend wirke sich nun auch das Strohfeuer beim Lkw-Absatz im vergangenen Herbst aus. Wegen der ab Anfang 2014 geltenden Euro 6-Norm hatten sich viele Spediteure gegen Ende des abgelaufenen Jahres noch mit günstigeren Modellen eingedeckt. Entsprechend geringer ist die Nachfrage nun.

Kraftwerksparte läuft gut

MAN erklärte, das gut laufende Geschäft der Kraftwerksparte werde den Dämpfer im Lkw-Geschäft voraussichtlich weitgehend wettmachen. Bisher rechnet der Konzern mit einem Umsatz spürbar unter dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn und die Rendite sollen jedoch deutlich höher als 2013 ausfallen.

(reuters/ise/ama)