1. Home
  2. Unternehmen
  3. Trump bremst Schweizer Investitionen in Mexiko

Industrie
Trump bremst Schweizer Investitionen in Mexiko

Donald Trump: Mit Protektionismus-Parolen schreckt er Firmen ab.   keystone

Der Zürcher Autozulieferer Apag Elektronik verschiebt den Entscheid zum Bau einer neuen Fabrik in Mexiko. Der Grund: Unsicherheit wegen Trump.

Von Marc Badertscher und Bernhard Fischer
am 18.01.2017

Der schweizerische Automobilzulieferer Apag Elektronik verzichtet vorderhand auf den Bau einer neuen Produktionsstätte in Mexiko. «Wir haben unsere Pläne zum Bau einer neuen Produktionsstrasse in Mexiko sistiert», sagt Geschäftsführer Johannes Popp gegenüber der «Handelszeitung».

Vor einem Investitionsentscheid wollen Popp und sein amerikanischer Joint-Venture-Partner nun die ersten hundert Tage des neuen Präsidenten Donald Trump im Amt abwarten. Grund für den Aufschub sind Trumps protektionistische Äusserungen. Er möchte Autobauer und deren Zulieferer lieber in den USA statt in Mexiko produzieren sehen.

Verzögerungen wahrscheinlich

Apag Elektronik ist mittlerweile der zweite Automobilzulieferer aus der Schweiz, der sich mit den Ankündigungen Trumps auseinandersetzen oder gar neu disponieren muss. Nur vier Monate nachdem Autoneum in Mexiko den Grundstein für eine neue Fabrik gelegt hatte, verzichtete dessen Hauptkunde Ford auf den Bau eines Automobilwerks in Mittelamerika.

Derweil gibt Autoneum Entwarnung. Sprecherin Anahid Rickmann sagt: «Ford wird den Focus weiterhin in Mexiko produzieren, entsprechend besteht auch unser Auftrag zur Belieferung des Ford Focus weiterhin.» Und fügt hinzu: «Gemeinsam mit dem Kunden Ford klären wir derzeit ab, ob die Belieferung von Komponenten für den Ford Focus wie geplant aus unserem Werk in San Luis Potosi oder aus der nahe dem Ford-Werk gelegegenen Produktionsstätte in Hermosillo erfolgt.» Ausschlaggebend für den Produktionsort sei der Bedarf des Kunden.

«Die Ungewissheit ist gross, Verzögerungen bei Investitionsentscheiden sind nun wahrscheinlich», sagt auch Mexiko-Kenner und Firmenberater Alex Gertschen. Erst letzten November war die schweizerisch-mexikanische Handels- und Industriekammer gegründet worden. Sie sollte auch die Expansion von Schweizer Firmen in Mexiko fördern.

Alle Branchen unter Druck

«Unter Druck geraten alle Branchen, die vor allem ausserhalb der USA produzieren und ein grosses Handelsplus gegenüber Amerika ausweisen», sagt Simon Evenett, Professor an der Universität St. Gallen. Auch Firmen mit chinesischen Investoren und Absatzmärkten in den USA könnten unruhige Monate bevorstehen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Anzeige