Nach einer Attacke von Donald Trump gegen Toyota wegen Investitionsplänen in Mexiko hat die Regierung in Tokio die heimische Industrie demonstrativ in Schutz genommen. «Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge bezüglich Arbeitsplätzen in den USA», sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, laut der Nachrichtenagentur Kyodo. «Es ist wichtig, dass ihre Bemühungen und Ergebnisse breit akzeptiert werden.» Regierungsprecher Yoshihide Suga erklärte, Toyota wolle ein gutes Unternehmen für die Bürger sein.

Der künftige US-Präsident Trump hatte Toyota mit hohen Strafzöllen gedroht, wenn der japanische Hersteller in Mexiko Corollas für die USA produzieren lässt. Toyota wolle in Baja ein entsprechendes Werk bauen, erklärte Trump auf Twitter. «Auf keinen Fall. Baut Werk in den USA oder zahlt heftige Strafzölle.» In dem Tweet wird das bestehende Toyota-Werk in Baja mit einem geplanten Neubau in Guanajuato verwechselt.

Ein Toyota-Sprecher sagte, durch das neue Werk würden keine Arbeitsplätze in den USA entfallen. «Toyota freut sich darauf, zusammen mit der Trump-Regierung den besten Interessen der Verbraucher und der Auto-Industrie zu dienen», sagte der Sprecher.

Zehn Fabriken in acht US-Bundesstaaten

In Baja baut Toyota pro Jahr unter anderem etwa 100'000 Pick-Ups. Im April 2015 kündigten die Japaner den Bau des neuen Werks für 1 Milliarde Dollar in Guanajuanto an, wo ab 2019 jährlich 200'000 Corollas gefertigt werden sollen. Bislang wird das Auto in Kanada herstellt. Toyota betreibt zehn Fabriken in acht US-Bundesstaaten und fertigt dort insgesamt mehr als 2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr.

Trumps Drohung gegen Toyota verunsicherte die Anleger in Japan. Investoren trennten sich am Freitag von Aktien japanischer Autobauer. Toyota -Papiere verloren zwischenzeitlich mehr als 3 Prozent an Wert und auch die Anteilscheine von Honda Motor und Nissan gaben nach. 

Auch Drohungen gegen US-Hersteller

Trump hat auch US-Herstellern wie General Motors Strafzölle angedroht, sollten weiter Autos aus dem benachbarten Niedriglohnland eingeführt werden. Nach heftiger Kritik von Trump strich Ford eine 1,6 Milliarden Dollar schwere Investition in ein geplantes neues Werk in San Luis Potosi. Statt dessen wird Geld in ein US-Werk gesteckt.

(reuters/sda/tno/mbü)

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