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Tui-Chef verteidigt geplante Milliarden-Fusion

Reiseveranstalter: Bessere Verzahnung der beiden Unternehmensteile in Aussicht.   Keystone

Fritz Jousso macht Werbung für den Zusammenschluss des Reisekonzerns mit der britischen Tochter Tui Travel. Mit seinen Plänen will er Urlauber direkt in die eigenen Hotels und Schiffe bringen.

Veröffentlicht am 18.08.2014

Tui -Chef Fritz Joussen verteidigt den geplanten Milliarden-Zusammenschluss mit der britischen Tochter Tui Travel. Durch eine Fusion könnten nicht nur 45 Millionen Euro eingespart, sondern auch die Angebote beider Unternehmen besser verzahnt werden, sagte Joussen in einem Interview mit dem «Handelsblatt». «Die Tui AG besitzt Hotels und Kreuzfahrtschiffe für fünf Millionen Reisende im Jahr, Tui Travel aber schickt 30 Millionen Touristen in den Urlaub - und damit grösstenteils zur Konkurrenz.» Ziel des Zusammengehens sei es, einen grösseren Teil der 30 Millionen Urlauber direkt in den Tui-Hotels und -Schiffen unterzubringen. «Das sichert Belegung.»

Joussen hatte die Pläne Ende Juni vorgestellt. Die Übernahme soll ausschliesslich über die Ausgabe von Aktien der Tui AG an die heutigen Minderheitsaktionäre von Tui Travel erfolgen, ohne Zahlung einer zusätzlichen Prämie. Drei Viertel der Aktionäre beider Unternehmen müssen den Plänen noch zustimmen. Tui hat bis zum 19. September Zeit, um ein offizielles Angebot vorzulegen.

Synergienutzung und Fokussierung aufs Kergeschäft

Mit dem Schulterschluss will der 51-jährige den Geburtsfehler der derzeitigen Konzernstruktur beseitigen. Das eigentliche Reise-Kerngeschäft mit 95 Prozent des Umsatzes wird nicht von Tui gelenkt, sondern ist seit 2007 bei der Tochter Tui Travel in Grossbritannien angesiedelt. Die Hannoveraner halten noch 54 Prozent an Tui Travel.

Im Zuge der Fusion will Tui wie bekannt mehr als 100 von 650 Tochterfirmen verkaufen. «Wir fokussieren uns auf den Kern», sagte Joussen. Betroffen seien 15 Prozent vom Umsatz und Ergebnis. Die Töchter sollten zum Verkauf gestellt, geschlossen oder in bestehende Konzerngesellschaften integriert werden. Analysten kritisieren das Vorgehen, da dadurch gut laufende Geschäfte von Tui Travel wie etwa die Online-Bettenbörse «Hotelbeds» zur Disposition gestellt werden. Joussen stellt sich hinter die Idee: Die Internet-Seite sei Marktführer, aber im gesamten Konzern ein Nischengeschäft.

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