Die nach zwölf Monaten abgeschlossene Reorganisation von Hotelplan Schweiz und Travelhouse Group zu M-Travel Switzerland zeitigt finanziell noch keine Erfolge: Im letzten Geschäftsjahr (per 31. Oktober 2008) hat die Migros-Reisetochter hierzulande Marktanteile verloren (siehe Tabelle). Zudem wurden die Ebit-Ziele nicht erreicht - infolge der Restrukturierungskosten von 11 Mio Fr. resultierte ein Verlust.

Anders präsentiert sich das Bild bei TUI: Seit dem Turnaround vor vier Jahren hat sich die Nummer drei unter den hiesigen Reiseveranstaltern zum Vorbild gemausert. Mit der Verbesserung der Ebita-Marge von 1,5 auf provisorisch 2,2% im letzten Geschäftsjahr (per 30. September 2008) nimmt man eine führende Position ein. Im Gegensatz zu Hotelplan trachtet TUI nicht beim Umsatz nach der Marktführerschaft, sondern beim Gewinn (siehe Interview). Ohne Währungseinflüsse beträgt der um 21% erhöhte Ebita umgerechnet rund 9,2 Mio Fr. (Vorjahr: 7,6 Mio Fr.). Die definitiven Zahlen präsentiert die TUI Travel PLC im Februar.

Verhalten optimistisch für 2009

Wie sich Konkurrentin Kuoni Schweiz 2008 geschlagen hat, wird sich im März zeigen. Basierend auf den Resultaten nach neun Monaten kann man davon ausgehen, dass der Branchenführer im letzten Geschäftsjahr (per 31. Dezember 2008) erneut gewachsen ist. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Ebit-Marge von 2 auf mindestens 3,0% gesteigert werden konnte, da sie nach dem 3. Quartal leicht darüber lag. Dies wiederum würde für einen Ebit von über 30 Mio Fr. (Vorjahr: 20 Mio) sprechen.

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Unter der Krise scheint demnach erst Hotelplan gelitten zu haben. Mit Blick auf die angespannte Wirtschaftslage geben sich aber auch TUI und Kuoni für 2009 nur verhalten optimistisch: Es wird weiter gereist, sind sie überzeugt. Die Fragen lauten nur: Wie oft, wie lange, wie weit und wie teuer? Noch sei bloss ein Nachfragestau auszumachen, kein Buchungseinbruch. Eine Umsatzrendite zwischen 2 und 3% halten sie darum für möglich.