Seit Januar schlittert Mediapulse von einem Missgeschick ins andere. Eigentlich wollte die für die Ermittlung der Schweizer TV-Quote zuständige Firma ab Januar mit einem modernen System die Fernsehnutzung besser messen und klarere Nutzerdaten für Sender und Vermarkter bereitstellen.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Es geht nichts. Der letzte Höhepunkt war die einstweilige Verfügung des Nidwaldner Obergerichtes vor Ostern, die eine Veröffentlichung der Quoten untersagte.

Doch die Zahlen sind wohl in Zukunft das kleinere Problem. Wie handelszeitung.ch aus mehreren unabhängigen Quellen weiss, geht Mediapulse das Geld aus. Immer mehr Kunden haben wegen dem Zahlen-Knatsch den Geldhahn zugedreht.

Löhne in Gefahr

Für die Löhne der Mediapulse-Mitarbeiter wird es ab Sommer knapp, wie handelszeitung.ch in Erfahrung brachte.

Auf Anfrage wollte sich das Schweizer Fernsehen nicht zu Zahlungen an die Mediapulse äussern - «bis auf weiteres keinen Kommentar zur Mediapulse» heisst es.

Handelszeitung.ch hat Mediapulse neun Fragen betreffend der Liquidität von Mediapulse gestellt. Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner hat die Recherchen aufs schärfste zurückgewiesen und sie als «geschäftsschädigend» bezeichnet. Die gestellten Fragen blieben unbeantwortet.

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Haftungsklagen gegen VR?

Auch bezüglich möglicher Haftungsklagen gegen den Mediapulse-Verwaltungsrat scheint sich was zu tun. Dies dürfte die meisten Verwaltungsräte besonders hart treffen, da sie als Vertreter von Verbänden in dem Gremium sitzen und allenfalls persönlich haften müssen. Höchstwahrscheinlich wird es zu teuren Prozessen für die Mediapulse-Verantwortlichen kommen.