Die Verwirrung ist komplett. SRF hat seine TV-Zuschauerzahlen veröffentlicht, laut SRF-Direktor Ruedi Matter darf SRF dies trotz der Verfügung. Diese betrifft laut Matter nur die Mediapulse nicht aber SRF. Ruedi Matter hat sich in einer Telefonkonferenz den Fragen von handelszeitung.ch gestellt.

Der Veröffentlichung der SRF-Zahlen geht offenbar eine unterschiedliche Auslegung des Veröffentlichungsverbotes voraus.

Geheimhaltungspflicht verletzt

Der Sender 3+, der die Veröffentlichung mit der Verfügung stoppen wollte, sieht die richterliche Anordnung verletzt: «Der Mediapulse ist es nach wie vor untersagt, die Kantar-Daten selber oder über Dritte zu veröffentlichen oder Dritten zugänglich zu machen. Ausgenommen vom Verbot sind lediglich jene Sender und ihre Vermarkungsagenturen, welche Daten seit dem 1. Januar 2013 unter Geheimhaltungsverpflichtung erhalten haben.» Dies schrieb ein 3+-Sprecher handelszeitung.ch

Ruedi Matter stellt sich auf den Standpunkt, dass die superprovisorische Verfügung nur die Mediapulse betreffe. Das er selber Mitglied im Verwaltungsrat der Mediapulse ist, sei nicht von Bedeutung, da nur die Mediapulse keine Daten veröffentlichen dürfe.

Weitere Klagen möglich

Bei 3+ laufen im Moment die Abwägungen und Überlegungen, ob gegen SRF rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen.

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«3+ könnte  die im Verbot angedrohten strafrechtlichen Sanktionen gegen die verantwortlichen Organe beantragen. Wie auch Schadenersatzforderungen gegenüber Mediapulse und den verantwortlichen Organe», schreibt der Sender.

Die SRF-Zahlen sind nun öffentlich, ob sie dies auch zurecht sind, wird wohl ein Richter entscheiden müssen.