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Twint soll zur Parkuhr werden

Der Zuger Stadtrat Urs Raschle testet die Twint-App
App statt Münz: Der Zuger Stadtrat Urs Raschle testet die neue Parkuhr-FunktionQuelle: Keystone .

Twint lanciert eine Funktion zum Bezahlen von Parkplätzen. Die Schweizer Payment-App erhofft sich dadurch mehr Schub.

Von Michael Heim
am 30.08.2018

Kein Münz für die Parkuhr? Wer im Zentrum von Zug parkiert, kann die Parkgebühr ab heute auch mit der Bezahl-App Twint begleichen. Zwar erst an einem Parkplatz, doch weitere folgen, wie Twint-Chef Thierry Kneissler an einer Pressekonferenz versichert. Twint arbeitet zu diesem Zweck mit der Parkplatz-App Digitalparking zusammen und möchte seine Bezahlfunktion in möglichst vielen Städten anbieten.


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Die Bezahlung funktioniert ähnlich wie eine normale Twint-Bezahlung mit QR-Code. Statt dass der Fahrzeughalter bei der Parkuhr Münz einwirft, scannt er mit der Twint-App einen auf der Säule angebrachten QR-Code. Darauf muss er beim ersten Mal die Autonummer seines Fahrzeugs eingeben und wählt dann die gewünschte Parkdauer. Die Gebühr wird anschliessend über das Twint-Konto belastet.

Marktpotenzial von 125 Millionen Franken

Twint erhofft sich von der neuen Anwendung – Kneissler spricht von einer «Killer-Applikation» – einen zusätzlichen Schub. Parkieren ist ein wichtiges Geschäft. Digitalparking-Geschäftsleiter Reto Schläpfer spricht von eine Marktpotenzial im Umfang von rund 125 Millionen Franken pro Jahr. Schläpfer ist mit einer Parking-App bereits in zahlreichen Städten präsent. Dank der Integration in Twint fällt für die Kunden künftig die heute notwendige, aufwändige Registrierung und Abrechnung weg.

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Thierry Kneissler: Der Twint-Chef nennt die neue Anwendung eine «Killer-Applikation».
Quelle: Keystone

Nach Zug sollen weitere Städte erschlossen werden. Bereits auf dem Plan stehen die Städte Thun, Frauenfeld, Rapperswil, Lugano und Yverdon. Auch in Zürich hat Digitalparking den Zuschlag für ein Parkplatz-Payment erhalten, wie Schläpfer erklärt. Allerdings sei es dort aufgrund der von der Stadt gemachten Auflagen noch unklar, wie genau die Bezahlung umgesetzt werde.

Partnerin in Zug ist auch die Zuger Kantonalbank. Von deren Kunden werde Twint überdurchschnittlich stark genutzt, sagt Bankchef Pascal Niquille. Zug sei ein gutes Testgebiet, das es sowohl traditionelle, als auch sehr technologie-affine Kunden habe. «Wenn das hier klappt, klappt es überall», ist sich Niquille sicher.

Gegenüber dem Parkieren gegen Münz hat die Bezahlung mit Twint einen grossen Vorteil – zumindest in Zug. Wer früher als geplant zum Auto zurückkehrt, kann in der App den Parkier-Vorgang beenden und erhält das Geld für die nicht beanspruchte Zeit zurückerstattet. Ob das auch in anderen Städten umgesetzt wird, hängt von den lokalen Bestimmungen ab.