Der Kurznachrichtendienst Twitter hat die geplante Zensur von Mitteilungen in einzelnen Ländern verteidigt. Das Unternehmen habe seine Haltung zu den Inhalten nicht geändert, sagte Twitter-Chef Dick Costolo auf einer Konferenz nach einem Bericht des «Wall Street Journals».

Die Nachrichten der Nutzer würden weiter nicht aktiv überwacht. Nur nach Aufforderung von Regierungen würden in dem jeweiligen Land Inhalte blockiert, die aber in anderen Ländern zugänglich blieben. Zugleich wies Costolo Spekulationen zurück, der Schritt solle den Zugang zu Ländern wie China oder den Iran öffnen. «Ich denke nicht, dass China gegenwärtig ein Umfeld bietet, in dem wir agieren können.»

Ankündigung sorgt für Welle der Entrüstung

Anzeige

Der Konzern hatte in der vergangenen Woche angekündigt, Nachrichten in bestimmten Ländern nach Aufforderung der Behörden in dem betroffenen Staat zu blockieren.

2011 hatte der Kurznachrichtendienst bei den Aufständen in der arabischen Welt als Kommunikationsmittel eine wichtige Rolle. Damals signalisierte das Unternehmen, die Inhalte nicht anrühren zu wollen.

Bei Twitter können 140 Zeichen lange Meldungen an Interessenten verschickt werden. Das Unternehmen gibt es seit 2006. Der Dienst zählt rund 100 Millionen aktive Nutzer. Das Angebot gehört neben Facebook und Zynga zu den beliebtesten sozialen Netzen.

(muv/tno/sda)