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E-Scooter
Uber erwägt Kauf von Bird oder Lime

Bird and Lime scooters sit parked in front of a building
Scooter: Trendiges Geschäft.Quelle: 2018 Getty Images

Medienberichten zufolge plant Uber, eine trendige E-Scooter-Firma zu übernehmen. Im Fokus: Bird und der Rivale Lime.

Von Andreas Güntert und Tim Höfinghoff
am 03.12.2018

Das US-Tech-Portal «The Information» sowie die Zeitung «Financial Times» berichten, dass Uber Technologies plane, entweder das E-Scooter-Startup Bird Rides oder den Mitbewerber Lime zu kaufen. Als Beleg werden mehrere anonyme Quellen gennant. Es habe kürzlich Gespräche mit Vertretern der beiden Startups gegeben. Den Berichten zufolge sei aber immer noch unklar, ob es tatsächlich zu einem Deal bis Ende dieses Jahres komme. Die «FT» zitiert den Bird-Chef mit den Worten, dass Bird nicht zum Verkauf stehe. Und bei Lime hiess es, es wolle unabhängig bleiben.

E-Scooter sind im Trend. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien. Anbieter wie Bird und Lime haben sehr viel Kapital von Investoren erhalten und  jeweils eine Marktbewertungen über der 1-Miliarde-Dollar-Marke erzielt. Uber hatte im Juli auch in Lime investiert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Scooter-Firmen haben in den vergangenen Wochen überall auf der Welt in Städten ihr Angebot ausgerollt, auch in der Schweiz. Per App lassen sich die Scooter finden und einsetzen. Sie gelten als umweltfreundlich und einfach zu bedienen. Abgerechnet wird per Zeit.

Scooter-Manie in der Schweiz

Die Scooter-Manie hat längst auch die Schweiz erreicht. Bird richtete im September einen Firmensitz in Zürich ein, wie die «Handelszeitung» berichtete. Das Unternehmen, das 2017 von Ex-Uber-Manager Travis Vander Zanden gegründet wurde, hat derzeit 60 E-Trottinets auf den Strassen der Limmatstadt. Länger schon ist Rivale Lime in der Schweiz präsent. Die US-Amerikaner legten im Sommer 2018 in Zürich los, die Flotte soll aktuell 250 Einheiten betragen.

Auch den SBB ist der Scooter-Boom nicht entgangen. In der Grossregion Basel läuft seit September ein Pilotversuch mit Elektro-Trottis. Die Bundesbähnler partnern dabei mit dem Hamburger Unternehmen Walberg Urban Electrics.

Weltweiter Boom

Selbst Spezialisten fällt es mittlerweile schwer, den Überblick zur boomenden Scooter-Szene zu behalten. Weltweit geht es den unzähligen und stark dotierten Jungunternehmen darum, schnell eine kritische Masse an Usern zu erreichen und den noch jungen Marktplatz zu beherrschen. Kein Wunder, dass Mobilitätsgiganten wie Uber nun agieren.

Gemäss dem deutschen Energie-Portal «Bizz Energy» haben Risikokapitalgeber seit Mitte 2017 weltweit rund 1,2 Milliarden Dollar in Scooter-Jungfirmen gesteckt. Dabei machen sich nicht nur junge Wilde bemerkbar, sondern auch angestammte Player aus dem Mobilitätssektor. So engagiert sich etwa neuerdings auch Daimler im Markt der E-Scooters.

Klagen wegen Verletzungen

So sehr die E-Scooter auch boomen: Viel Ärger hat es etwa in den USA gegeben, weil die Anbieter ihre Scooter am Anfang ohne Bewilligung der Städte betrieben. Ausserdem wurden Firmen verklagt, weil sich Nutzer verletzten.

Auch fehlen oft noch Regeln, in Deutschland ist der Betrieb der E-Scooter noch nicht gesetzlich geregelt, das soll erst ab 2019 der Fall sein.

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