Der Fahrdienst-Vermittler Uber geht auf das deutsche Taxi-Gewerbe zu. Die US-Firma führt auch in Deutschland seine Plattform UberTaxi ein, über die Taxi-Firmen ihre Dienste anbieten können. Damit tritt Uber in Konkurrenz zu Taxiruf-Zentralen und Apps wie MyTaxi.

Damit geht der umstrittene Fahrgast-Vermittler gegen sich selbst in die Offensive und bietet seine Dienste nun auch Taxiunternehmen an. Ab sofort könnten sich Taxifahrer und -Unternehmen registrieren und Fahrten über Uber vermitteln lassen, teilte das US-Unternehmen an Montag mit. Das Angebot solle in Berlin und Hamburg starten und dann auf weitere Städte in Deutschland ausgeweitet werden.

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Bisher im Clinch mit dem Gewerbe

Das kalifornische Unternehmen, zu dessen Geldgebern Google und Goldman Sachs gehören, vermittelt Fahrgäste über Smartphone-Apps gegen Provision an Gelegenheitsfahrer. Dagegen hat das Taxigewerbe geklagt, weil es um seine Einnahmen fürchtet.

Uber-Fahrer besässen keine Genehmigung zur Personenbeförderung und ihre Fahrzeuge seien nicht entsprechend versichert. Der Argumentation folgten Behörden in Hamburg und Berlin. Eine zuvor per Eilentscheid bundesweit erlassene einstweilige Verfügung gegen Uber hob das Frankfurter Landgericht unlängst jedoch auf, weil es keine Eilbedürftigkeit sah. Das Verfahren selbst läuft weiter.

Beschwerde gegen Entscheid angekündigt

Uber kündigte am Montag eine Beschwerde gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin an. Das Gericht hatte zuvor das Verbot des Fahrdienstes durch das Ordnungsamt der Stadt bestätigt. Gegen eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Hamburg erwägt Uber zudem Verfassungsbeschwerde. Das Gericht hatte einen Eilantrag von Uber gegen eine behördliche Verfügung am Freitag abgelehnt.

Das US-Unternehmen moniert vor allem, dass die freie Berufswahl durch die Gerichtsentscheidung eingeschränkt werde. «Wir respektieren selbstverständlich das deutsche Rechtssystem und arbeiten daran, unseren Service so anzupassen, dass wir uns im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen bewegen», sagte Fabien Nestmann, Sprecher von Uber Deutschland.

Dialog gefordert

Zugleich forderte er einen offenen Dialog darüber, wie die Regelungen des Personenbeförderungsgesetzes für die technischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts geöffnet werden könnten.

«Wenn man Gelegenheitsfahrer an den Massstäben des professionellen Taxigewerbes misst, verhindert man die Entstehung eines Marktes, von dem alle Beteiligten profitieren könnten», sagte Nestmann. Das zunächst erlassene Verbot durch das Frankfurter Landgericht hatte Uber noch ignoriert und erklärt, der Fortschritt lasse sich nicht ausbremsen.

(reuters/sda/ise)