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Fahrdienst
Uber zeigt Interesse an Lieferdienst Deliveroo

UberEATS
Ein Uber-Kurier liefert in London Essen aus. Quelle: Mike Kemp

Uber führt erste Gespräche mit Deliveroo. Vor zwei Jahren suchte der Essenlieferdienst UberEats schon einmal Personal in Zürich.

Veröffentlicht am 21.09.2018

Der Fahrdienst Uber denkt laut über den Kauf des Lieferdienst Deliveroo nach. Mit der Übernahme des in London ansässigen Lieferdienstes könnte Uber seinen Marktanteil bei der Essensauslieferung in Europa weiter ausbauen. Essen nach Hause bestellen ist weltweit ein boomendes Geschäft. Immer mehr Menschen lassen sich das Essen nach Hause liefern. In der Schweiz ist diese Entwicklung aber noch nicht so sichtbar wie in anderen Ländern und Städten. 

Uber hatte vor einigen Jahren in den USA angefangen, neben Taxifahrten auch Essen nach Hause zu liefern. Schliesslich wagte der Fahrdienst den Sprung über den grossen Teich und ist jetzt mit UberEats etwa in  London, Wien, Bratislava oder Paris tätig. Vor rund zwei Jahren wurde auch darüber spekuliert, dass UberEats nach Zürich kommt. Das Unternehmen hatte damals sogar Kuriere in Zürich gesucht. Bisher hat Uber aber seine Pläne, in Zürich einen Essenslieferdienst zu lancieren, nicht weiter verfolgt. 

Deliveroo ist zwei Milliarden wert

Ein Angebot von Uber an den in London ansässigen Lieferdienst wäre ein weiterer Schritt des Fahrdienstes, das Geschäft mit der Essensauslieferung in Europa zu dominieren. Zurzeit hat Deliveroo einen Wert von rund zwei Milliarden Dollar. Ein Angebot müsste deutlich darüber liegen, sagen Insider gegenüber « Bloomberg». Sprecher von Deliveroo und Uber kommentierten die Meldung nicht.

Mit der Übernahme von Deliveroo könnte Uber den europäischen und amerikanischen Markt zusammenführen: Die Londoner haben den US-Markt nie in Angriff genommen. Dafür sind sie in Europas Hauptstädten allgegenwärtig. Deliveroo ist weltweit in über 200 Städten auf vier Kontinenten tätig. Einer der Hauptkonkurrenten von Deliveroo ist das deutsche Unternehmen Delivery Hero, das mit Foodora und Lieferheld in 17 Ländern in Europa tätig ist. Dazu liefert Delivery Hero auch in Südamerika und Asien aus. 

Neue Geschäftsmodelle durch Zukauf

Das Interesse von Uber erstaunt nicht. Schliesslich hat Uber-Chef Dara Khosrowshahi das Geschäft mit der Essensauslieferung zu einer Top-Priorität des Konzerns erklärt, wie Bloomberg schreibt.

Im Hinterkopf hat er dabei stets den geplanten Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2019. In den letzten Monaten hat sich Uber aus Südostasien, China und Russland zurückgezogen. Nun wolle man Mitbewerber aufkaufen, heisst es. Eins verbindet die beiden Unternehmen schon mal: Der japanische Investor Softbank war im vergangenen Jahr ebenfalls an einer Finnazierungsrunde von Deliveroo interessiert – brach dann aber die Gespräche ab, weil er sich auf die Investitionen bei Uber fokussieren wollte. 

(tdr)

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