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Übernahmen
Citi warnt vor hohen Firmen-Bewertungen

Grossbanken in Canary Wharf: Sie profitieren vom Geschäft mit Unternehmensübernahmen.Quelle: Keystone

Für Firmenübernahmen und Fusionen werden Rekordpreise bezahlt. Das sagen Experten der Grossbank Citi. Von einer Blase wollen sie indes noch nicht sprechen.

Michael Heim
Von Michael Heim
2017-11-14

Preise bei Firmenübernahmen und Fusionen sind so hoch, wie noch nie. Das sagt Luigi de Vecchi, Vorsitzender für das europäische Investment Banking der US-Grossbank Citi. «Es gibt Zeichen, die uns beunruhigen», sagt de Vecchi an einer Medienkonferenz in London. «Die aktuellen Bewertungen, gemessen an den Erträgen der Firmen, sind die höchsten, die ich je gesehen habe.»

Bei Unternehmensübernahmen werde im europäischen Geschäft derzeit rund das Dreizehnfache des jährlichen Ebitda bezahlt, so Vecchi. Grund dafür sei sicher der gute Zustand der europäischen Wirtschaft und die Zuversicht der Manager. «Aber ich muss auch sagen: Es ist eine gute Zeit, zu verkaufen und eine gefährliche Zeit für Käufe.»

Konsolidierungswelle unter europäischen Unternehmen

Citi profitiere von diesem Markt. Es gebe Zeichen für eine Konsolidierungswelle unter europäischen Unternehmen. Manolo Falco, Leiter Investment Banking für Europa und Afrika, spricht von einer «neuen Phase» im M&A-Geschäft. «Unsere Pipeline impliziert, dass in Europa viele Gespräche laufen und dass daraus interessante Geschäfte hervorgehen könnten.»

Private-Equity-Investoren hätten in den vergangenen Jahren viel Geld aufgenommen, sagt de Vecchi. «Die haben 750 Milliarden Dollar, die sie hebeln und investieren können.» Darauf angesprochen, ob sich der Markt nicht bereits in einer Blasenbildung befinde, sagt de Vecchi: «Bubble ist das falsche Wort. Die Wertsteigerungen 2000/2001 waren eine Blase. Ich denke nicht, dass wir über so etwas reden.»

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