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UBP bestätigt den Kauf der Bank Coutts

UBP: Der Kauf der Bank Coutts ist offiziell bestätigt. Keystone

Julius Bär zeigte Interesse. Auch die Credit Suisse war im Gespräch. Zuletzt setzte sich aber die Genfer Privatbank UBP durch. Der Kauf der Bank Coutts ist nun offiziell bestätigt.

Veröffentlicht am 27.03.2015

Die Union Bancaire Privée (UBP) übernimmt die in der Schweiz ansässige Bank Coutts. Die Genfer Privatbank habe sich mit der Besitzerin, der Royal Bank of Scotland (RBS), darauf geeinigt, das internationale, unter der Marke Coutts geführte Private-Banking-Geschäft zu erwerben, teilten sowohl UBP als auch RBS am Freitag mit.

Die Transaktion unterliege noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. In diesem Zusammenhang werde die UBP auch eine Banklizenz in Hongkong beantragen, die ebenfalls der Zustimmung der lokalen Behörden bedürfe, hiess es aus Genf.

Grossteil des Geschäfts wird Ende 2015 übertragen

Die RBS werde weiterhin Kunden im Private Banking und Wealth Management in Grossbritannien bedienen sowie internationale Kunden mit einer engen Bindung zu Grossbritannien mit den Marken Coutts und Adam & Company, hiess es von RBS weiter.

Der Verkauf betrifft demnach etwa 32 Milliarden Franken verwaltete Vermögen sowie risikogewichtete Aktiven (RWA) in der Höhe von 2 Milliarden Franken per Ende Dezember 2014. Der Verkaufspreis werde teilweise anhand der «Assets under Management» bei Abschluss bestimmt, so die RBS. Der Abschlusses der Transaktion sei für das vierte Quartal 2015 vorgesehen, dann werde der Grossteil des Geschäfts voraussichtlich übertragen. Der restliche Teil folge dann zu Beginn 2016.

Kaufpreis laut FT bei 600 bis 800 Millionen US-Dollar

Damit haben sich die Gerüchte bestätigt, über welche die « Financial Times» bereits am Donnerstag unter Berufung auf «zwei mit der Sache vertraute Personen» berichtet hatte. Dem Bericht zufolge dürfte der Transaktionspreis im Bereich von 600 bis 800 Millionen US-Dollar liegen. Als letzte Mitbewerber um Coutts habe die UBP die Credit Suisse sowie ein Konsortium aus Société Générale und der Singapurer DBS Gruppe aus dem Feld geschlagen, hiess es. Die Verhandlungen hätten sich zuletzt wegen der Aufwertung des Schweizer Frankens und der Enthüllungen um die Schweizer HSBC-Tochter verzögert, so die FT.

Dass die RBS ihre Tochtergesellschaft Coutts International mit Sitz in Zürich verkaufen will, ist schon seit längerem bekannt. Coutts verwaltete per Ende 2013 Vermögen in der Höhe von 32,6 Milliarden Franken. In früheren Berichten war von einem Verkaufspreis von bis zu 1 Milliarden Franken die Rede gewesen.

UBP strebt nach Asien

Der Coutts-Verkauf durch die RBS betrifft laut UBP das Geschäft in der Schweiz, Monaco, dem Nahen Osten, Singapur und Hongkong. Für die UBP sei die Akquisition ein wichtiger Schritt im Rahmen der Wachstumsstrategie. Da sich das internationale Geschäft von Coutts durch eine starke Verankerung in denjenigen Märkten auszeichnet, in denen UBP bislang weniger präsent war, ergebe die Übernahme sowohl aus strategischer wie auch aus geografischer Sicht Sinn, hiess es aus Genf.

Die Präsenz in der Schweiz und Monaco werde somit gefestigt und in den wachstumsstarken Märkten Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten und Asien würden die Aktivitäten signifikant ausgebaut. In ausgewählten europäischen Märkten werde zudem die Vermögensbasis bedeutend erweitert.

Die Übernahme bekräftige das Engagement zur kontinuierlichen Stärkung des Vermögensverwaltungs-Geschäfts, liess sich Guy de Picciotto, CEO der UBP, in der Mitteilung zitieren. Dies gelte in erster Linie für Märkte mit besonderem Potential wie Asien, in denen Coutts langjährige Beziehungen zu High-Net-Worth-Kunden aufgebaut habe.

(awp/ise)

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