Das Wichtigste in Kürze: An der Generalversammlung der UBS haben diverse Aktionäre die Lohnpolitik der Grossbank als überrissen kritisiert. Dennoch wurde der Vergütungsbericht klar gutgeheissen. 82,5 Prozent der Aktienstimmen billigten ihn in der unverbindlichen Konsultativabstimmung.

Alle VR-Mitglieder wurden bestätigt. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni.

An der Generalversammlung in Zürich waren 2501 Aktionärinnen und Aktionäre anwesend, die über 65 Prozent der stimmberechtigten UBS-Aktien verfügten. Nicht weniger als 1,759 Milliarden von 1,809 Milliarden vertretenen Aktienstimmen wurden vom unabhängigen Stimmrechtsvertretern ausgeübt.
 

Lesen Sie hier die Chronologie der Generalversammlung:

15:16 Uhr: Es ist vollbracht: UBS-Präsident Axel Weber verabschiedet die Aktionäre und kündigt die nächste Generalversammlung für den 7. Mai 2014 in der Messe Basel an.

15:14 Uhr: Ernst & Young ist als Revisionsstelle für ein weiteres Jahr bestätigt.

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15:07 Uhr: Als neues Mitglied wird Reto Francioni mit 98,54 Prozent Ja-Stimmen in den Verwaltungsrat gewählt. Der 57-jährige Francioni ist seit 2005 Chef der Deutschen Börse sowie Professor für angewandte Finanzmarktforschung an der Universität Basel.

15:04 Uhr: Auch alle weiteren VR-Mitglieder sind bestätigt. Wolfgang Mayrhuber scheidet wie geplant aus dem Verwaltungsrat der UBS aus.

14:45 Uhr: UBS-Präsident Axel Weber wird mit 94,7 Prozent Ja-Stimmen wiedergewählt.

14:32 Uhr: Die Aktionäre heissen mit 89,6 Ja-Stimmen auch den Antrag auf Décharge für den Verwaltungsrat und die Konzernleitung gut.

14:31 Uhr: Der Antrag auf Gewinnverwendung und Erhöhung der Dividende von 10 auf 15 Rappen wird mit 99,01 Ja-Stimmen angenommen. 

14:16 Uhr: Die Generalversammlung nimmt Vergütungsbericht mit 82,54 Ja-Stimmen an. Nein-Stimmen gibt es 15,81 Prozent, Enthaltungen 1,65 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten noch fast 40 Prozent dagegen votiert. 

14:03 Uhr: Roman Burger, Geschäftsleiter der Unia Region Zürich-Schaffhausen, hat ausgerechnet, dass eine Verkäuferin 625 Jahre arbeiten müsste, um das Willkommensgeld von Andrea Orcel zu verdienen. Burger nennt dies «unanständig und unschweizerisch». Zum Ende seiner Rede kündigt er eine Gesangseinlage an: Eine Gruppe von Aktionären geht singend zum Pult von Axel Weber und Co. – und hält schliesslich Plakate der 1:12-Initiative in die Höhe. Weber verweist sie des Saales.

13:53: Es gibt sechs weitere Wortmeldungen. Etliche Aktionäre legen eine Pause ein und verlassen den Raum. 

13:52 Uhr: Axel Weber betont, dass das Ergebnis der Vergütungsbericht-Abstimmung nicht bindend ist, aber vom Management ernst genommen wird.

13:43 Uhr: Die erste Abstimmung: Der Jahresbericht wird mit 99,05 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

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13:40 Uhr: Frage nach besetzten UBS-Gebäuden und die Kosten für die Bewachung. Antwort Axel Weber: Die Bewachung kostet pro Monat 50'000 Franken.

13:30 Uhr: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Ein Redner bedankt sich dafür, dass eine Angestellte der UBS an der Bahnhofstrasse ihm mal einen besonderen Dienst erwiesen habe. Ausserdem freut er sich über UBS-Schifffahrtsgutscheine.

13:26 Uhr: Eine Reihe von französischsprachigen Aktionären schiesst sich auf das Thema Minder ein. Als ein weiterer Redner mit diesem Thema ans Pult geht, gibt es Pfiffe aus dem Publikum.

13:05 Uhr: Gleich zwei Weisheiten von einer Rednerin: «Geht es dem Esel zu gut, betritt er das Eis und bricht sich ein Bein». Und: «Wer Geld und Kunst nicht liebt, ist ein Lügner.»

13:04 Uhr: Da haben wir uns wohl getäuscht: Es sind immer noch 22 Redner auf der Liste, erklärt Axel Weber.

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12:53 Uhr: Via Twitter

— Eftn Finance (@eftn_finance) May 2, 2013
 

 

12:46 Uhr: Präsident Axel Weber erzählt, dass er 200 Meter von der UBS entfernt wohnt und bisher erst einmal in der Zürcher Oper war - warum, ist uns jetzt leider entgangen.

12:32 Uhr: Die Nachrichtenagentur Reuters meldet: Der US-Vermögensverwalter Knight Vinke fordert von der UBS in einem Offenen Brief die Abspaltung des Investmentbankings. Die Risiken des Kapitalmarktgeschäfts bedrohten die Vermögensverwaltung und das Geschäft mit Firmen- und Privatkunden, begründete der Aktionär den Vorstoss nur Stunden vor Beginn der Generalversammlung. Knight Vinke sei vor rund einem Jahr bei UBS eingestiegen und halte inzwischen knapp 1 Prozent der Aktien, ergänzte ein Sprecher.

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12:25 Uhr: Ein Redner spricht über den Niedergang des römischen Imperiums. Der wievielte der angekündigten 40 Vortragenden dürfte das sein? Vielleicht Nummer 20? Sicher sind wir uns nicht.

12:06 Uhr: Ein Redner aus Frankfurt am Main geht auf Offshore Leaks ein. Die UBS sei die «weltweite Nummer eins bei der Konstruktion von Offshore-Konstruktionen». Er fragt nach den Gründen. «Will die UBS an diesem anrüchigen Versteckspiel festhalten?»

11:57 Uhr: Präsident Weber reagiert mit Humor: «Vielen Dank, dass Sie Ihre Redezeit eingehalten haben.»

11:56 Uhr: Ein Redner ohne Rede: Der Mann mit  Sonnenbrille im Haar und dem Spruch «Always give 100% at work» auf dem T-Shirt trägt Pantomime vor. Er hält eine zusammengebastelte Zeitung in die Höhe mit Überschriften zu UBS und Minder. Zum Schluss präsentiert er ein Plakat mit der Aufschrift: «Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auf eine anständige Dividende.»

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11:51 Uhr: Präsident Axel Weber sagt, es habe keine Abgangszahlung für Oswald Grübel gegeben. Zur Zahlung an Andrea Orcel erklärt Weber: «Solche Transferzahlungen sind absolut üblich», da Orcel noch entsprechende Ansprüche bei der Bank of Amercia gehabt habe.

11:46 Uhr: Wie schon René Zeyer spricht ein weiterer Redner die 25-Millionen-Willkommenszahlung an Andrea Orcel an. Er lehnt den Vergütngsbericht ab.

11:42 Uhr: Kritik an UBS-Präsident Axel Weber bei Twitter:

— TalesFromTheFuture (@talesftf) May 2, 2013

11:41 Uhr: Das könnte ein Problem mit der 3-Minuten-Redezeit-Begrenzung geben: Eine Rednerin beginnt ihre Ansprache mit dem Zweiten Weltkrieg.

11:38 Uhr: Ein Redner möchte wissen, wie hoch «die Abgangsentschädigung von Oswald Grübel war».

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11:36 Uhr: Weber verteidigt das Vorgehen der UBS in Sachen Bergbau und spricht über die Kontrolle, die die Bank in diesem Bereich vornehme.

11:35 Uhr: Präsident Axel Weber wirbt als Antwort auf die ersten Fragen für die angestossene Änderungen bei der UBS, bleibt aber zunächst vage. 

11:31 Uhr: Der erste Redner, der auf Englisch spricht - zum Thema Bergbauschäden und Finanzierung -, ernetet aus dem Publikum gleich ein «Deutsch!»

11:28 Uhr: Der Redner der Aktionärsvereinigung Actares kündigt die Ablehnung des Vergütungsberichtes an. Er fragt, ob die Vergütungen auf «ein menschliches Mass» reduziert werde.

11:24 Uhr: Zeyer wirbt um Unterstützung auf seiner Seite ubs-opfer.ch. Er will die Bank auf die Herausgabe der Provisionen verklagen. «Gemeinsam sind wir stärker als die UBS.»

11:22 Uhr: Erster Redner ist der Bankenkritiker René Zeyer. Er kritisiert, dass die UBS-Spitze viel Geld erhalte, das den Aktionären zustehen würde. Zum Beispiel Provosionen. Auf ein entsprechendes Bundesgerichtsurteil reagiere aber «eine arrogante Grossbank wie die UBS» aber, in dem sie darauf pfeife. 

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11:19 Uhr: Axel Weber: Schon 40 Redner haben sich angemeldet, daher ist die Redezeit auf 3 Minuten begrenzt.

11:17 Uhr: Anwesend an der Generalversammlung sind 2501 Aktionäre und 65,01 Prozent der stimmberechtigten Aktienstimmen.

11:16 Uhr: Applaus für Ermotti. 

11:12 Uhr: Auch die Ergebnisse im ersten Quartal 2013 sind laut Ermotti ein Beweis, dass die UBS-Strategie funktioniere.

11:09 Uhr: «Ich bin mir bewusst, das Gesamtergebnis des Konzerns für 2012 reflektiert alls diese Fortschritte auf den ersten Blick nicht», sagt Ermotti. Der Aktienkurs zeichne aber ein Bild davon, was man erreicht habe.

11:07 Uhr: Ermotti lobt «gute Fortschritte» in allen Unternehmensbereichen.

11:05 Uhr: Thema Risikomanagement: «UBS ist heute eine viel sicherere Bank.» Man habe die operativen Kontrollen weiter verschärft.

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11:00 Uhr: Ermotti blickt zurück auf die 2012 genannten Ziele: Kapitalaufbau, Kostenmanagement und Risikomanagement.

10:59 Uhr: «Wir wollen unsere Position ausbauen als führender und weltweit tätiger Vermögensverwalter.»

10:57 Uhr: Ermotti: «Wir haben die Ärmel hochgekrempelt. Wir haben viel gearbeitet. Und wir machen witer.»

10:56 Uhr: Applaus für Axel Weber. CEO Sergio Ermotti tritt nun ans Rednerpult.

10:55 Uhr: Weber empfiehlt, die Dividende von 10 auf 15 Rappen je Aktie zu erhöhen. 

10:50 Uhr: Zurück zur GV: Weber spricht über das Vergütungsmodell: «Die Ratingagentur Moody's bezeichnet es als positiven Aspekt für unser Kreditprofil.»

10:49 Uhr: Kurzer Blick weg von der GV und hin zur Börse: Die Aktien der UBS stehen im frühen Handel rund 0,5 Prozent im Minus.

10:47 Uhr: «Dass gewisse Personen innerhalb von UBS an der Manipulation von Libor-Sätzen beteiligt waren, bedauern wir zutiefst.»

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10:46 Uhr: Der UBS-Präsident nennt die Libor-Manipulationen «eine der grössten Altlasten, die wir im letzten Jahr angegangen sind».

10:45 Uhr: Weber: «Keine Alternative zu einer konsequenten Aufarbeitung und Bewältigung der Vergangenheit.»

10:41 Uhr: «Regulatoren weltweit sind sich einige, dass viele globale Banken zu gross sind, zu viele Risiken auf ihren Bilanzen halten und zu komplex geworden sind», so Weber. «Dieser Realität müssen wir uns stellen und die Geschäftsmodelle entsprechend anpassen.» Die UBS akzeptiere die verschärften regukatorischen Anforderungen.

10:39 Uhr: Weber spricht über das «fragile makroökonomische Umfeld» im «anspruchsvollen» Jahr 2012.

10:37 Uhr: Weber: «Wir haben uns zurückbesonnen auf die traditionellen Stärken.»

10:35 Uhr: Weber weist darauf hin, dass die erfolgreiche Minder-Initiative noch keine Auswirkungen auf die heutige Generalversammlung hat.

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10:31 Uhr: Es geht los. Präsident Axel Weber tritt ans Rednerpult und eröffnet die Generalversammlung.

10:26 Uhr: Auch von CEO Sergio Ermotti gibt es schon ein Redemanuskript: «Wir haben die Ärmel hochgekrempelt. Wir haben viel gearbeitet», wird er wohl sagen. Aber Achtung: «Es gilt das gesprochene Wort.»   

10:20 Uhr: Ein Blick in die nahe Zukunft: «Ich bin überzeugt, dass UBS die richtige Strategie hat, um auch in diesem schwierigen Umfeld äusserst erfolgreich zu operieren» - das wird Verwaltungsratspräsident laut Redemanuskript später sagen.

10:14 Uhr: Noch gut eine Viertelstunde bis zum Beginn der Generalversammlung. So langsam füllen sich die Plätze im Zürcher Hallenstadion.

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Die Ausgangslage

Anfang Woche hat die UBS Zahlen für das erste Quartal 2013 vorgelegt und die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Grossbank machte fast 1 Milliarde Franken Gewinn. Möglich wurde dies sowohl durch die Investmentbank, welche die UBS derzeit stark verkleinert, als auch dank der Vermögensverwaltung, welche die UBS der Zukunft ausmachen soll.

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An der heutigen Generalversammlung steht der Vergütungsbericht im Fokus - besonders nachdem die Aktionäre von Julius Bär und Actelion die Vergütungsberichte ihrer Unternehmen abgelehnt haben. Im Gegensatz dazu bekam der Bericht der Credit Suisse mit 87,98 Prozent bei den Aktionären grünes Licht. Bei der UBS hat die Aktionärsvereinigung Actares ihr Nein angekündigt.

Die «unzähligen Skandale, die auch 2012 ans Licht kamen», seien nicht nur Altlasten von früher, so Actares. Sie beruhten auch auf Geschäftspraktiken, die noch bis vor kurzem ausgeübt worden seien. Die Bank könne darum die Verantwortung nicht auf die frühere Führung schieben.

Actares fragt sich, ob es die «neue UBS» wirklich gebe. Wenn die Bank behaupte, nur mit marktüblichen Löhnen liessen sich die besten Leute anwerben, diese besten Leute für die Skandale mitverantwortlich seien, müsste bei den Vergütungen eigentlich ein Wandel eingetreten sein. Dem sei aber nicht so.

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Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, will ausserdem der Bankenkritiker René Zeyer der UBS mit Klage drohen, da die Bank sich weigere, Provisionen an die Kunden zu vergüten.