In dem internationalen Skandal um die Manipulationen von Devisenkursen setzt die Schweizer Grossbank UBS Insidern zufolge in den USA vorbeugend auf eine Kronzeugenregel. Dazu habe das Institut dem US-Justizministerium bereits im September Informationen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Verfügung gestellt, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

So wolle die Bank die Voraussetzung schaffen, um notfalls ein Immunitätsprogramm des Ministeriums nutzen zu können, sollte sie eines Fehlverhaltens beschuldigt werden. Denn die US-Wettbewerbshüter gewähren dem Unternehmen Straffreiheit, dass als erstes mit den Ermittlern kooperiert und Informationen über ein illegales Kartell vorlegt.

Untersuchungen in Deutschland und der Schweiz

Die UBS wollte sich nicht dazu äussern. Das Geldhaus bekräftigte lediglich, dass es eine interne Untersuchung eingeleitet habe und mit den Behörden kooperiere. Die US-Bankenaufseher weiteten offenbar erst kürzlich ihre Ermittlungen am Devisenmarkt aus, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden. Insgesamt haben sie Insidern zufolge mehr als ein Dutzend Institute im Visier, auch von der Deutschen Bank hätten sie Einsicht in Unterlagen verlangt. Weltweit gehen bereits mehrere Ermittler dem Verdacht nach, dass Händler von Banken die Referenzkurse von Währungen manipuliert haben. Auch die Aufseher in Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz haben Untersuchungen eingeleitet.

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(reuters/me)