Lange schon gilt der iPhone-Hersteller Apple als Mass der Dinge in der Tech-Welt: Kein Unternehmen rund um den Globus ist wertvoller, nirgends schienen die Kursfantasien der Anleger bislang grösser. So legte der Aktienkurs im vergangenen Jahr denn auch um fast die Hälfte zu. Doch in diesem Sommer scheint eine neue Wachstumsstory bei Börsenanlegern noch besser anzukommen: Amazon macht Apple die Krone als wertvollster Konzern der Welt streitig.

Gemäss dem UBS-Experten Eric Sheridan könnte der Online-Händler schon bald die Marktkapitalisierung des iPhone-Konzerns erreichen – oder sogar überflügeln. Das zeigt eine neue Prognose des Analysten. Aktuell liegt die Firma von CEO Jeff Bezos im globalen Vergleich der wertvollsten Konzerne noch auf Platz vier: Sie erreicht einen Börsenwert von fast 483 Milliarden Dollar.

Amazon-Aktie könnte auf 1600 Dollar steigen

Nur Microsoft (566 Milliarden Dollar), die Google-Mutter Alphabet (666 Milliarden Dollar) und Apple (780 Milliarden Dollar) sind grösser. Zum Vergleich: Der grösste Schweizer Konzern ist Nestlé. Die Marktkapitalisierung: 236 Milliarden Franken.

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Die Amazon-Aktie ist seit Monaten im Höhenflug. Anfang Jahr notierte das Papier bei 750 Dollar. Vor wenigen Wochen knackte der Kurs erstmals die Marke von 1000 Dollar, aktuell notiert er bei rund 1005 Dollar. Gemäss Basisprognose sieht Sheridan das Potenzial bei 1200 Dollar, zuvor hatte er 1100 Dollar veranschlagt. Und es könnte noch deutlich mehr drin sein.

Auch Goldman Sachs erhöhte Amazon-Prognose kürzlich

Im besten Fall, so zeigt die Prognose von UBS-Experte Sheridan, wird die Aktie in den kommenden 12 Monaten um 60 Prozent auf 1600 Dollar zulegen. Dann läge der Marktwert gemäss CNBC bei rund 765 Milliarden Dollar – und damit im Bereich der heutigen Apple-Kapitalisierung. Sheridan hat das Kursziel zum vierten Mal in diesem Jahr überarbeitet. Der UBS-Mann korrigierte seine Prognose bereits im Januar, März und im April.

Auch andere Grossbanken reagierten jüngst. Goldman Sachs hob die Prognose ebenfalls an, von 1250 auf 1275 Dollar. Steigende Verkaufszahlen, treue Prime-Abonnenten und der Einstieg in den stationären Retail-Bereich mit dem Kauf des amerikanischen Bio-Händlers Wholefoods für 14 Milliarden Dollar treiben derzeit die Aktie.