Das Milliardendesaster bei der UBS durch einen Zockerhändler hat weitere Folgen für die Grossbank. Die Finanzmarkt-Aufsichtsbehörden der Schweiz (FINMA) und Grossbritanniens (FSA) leiten eine aufsichtsrechtliche Untersuchung (Enforcementverfahren) ein.

Dabei geht es um die Frage, ob die Kontrollmechanismen der UBS-Investmentbank zur Verhinderung und Aufdeckung verbotener Handelsaktivitäten ausreichend waren und den Vorschriften entsprachen. Eine im September eingeleitete, unabhängige Untersuchung habe Hinweise zutage gefördert, die ein formelles aufsichtsrechtliches Verfahren rechtfertigten, sagte FINMA-Sprecher Tobias Lux am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

«Über die Dauer des Verfahrens wollen wir nicht spekulieren. Auch nicht über den Ausgang des Verfahrens oder allfällige Konsequenzen für die UBS», sagte Lux. Bis zum Abschluss des aufsichtsrechtlichen Verfahrens werde die FINMA voraussichtlich keine weiteren Informationen veröffentlichen.

2,3 Milliarden Dollar verzockt

Im letzten Jahr hatte ein UBS-Händler in London mit nicht erlaubten Geschäften 2,3 Milliarden US-Dollar verzockt. Bereits unmittelbar nachdem der Fall aufgeflogen war, hat die FINMA im September korrigierende und präventive aufsichtsrechtliche Massnahmen angeordnet, wie Lux sagte.

«Wir warteten nicht zu, bis die Untersuchung oder das Verfahren abgeschlossen sind, sondern ergriffen sofort nach dem Vorfall dort Massnahmen, wo dies angezeigt war, und dehnten diese Massnahmen im Verlauf der Untersuchung aus», sagte Lux.

Die UBS erklärte, sie sei über den Schritt der Behörden informiert worden. Sie könne aber wegen regulatorischer und rechtlicher Vorschriften nicht mehr zu dem Fall sagen. Sie werde die Risikokontrolle auf jeden Fall verbessern.

Der Skandal im Handelsraum erschütterte die UBS: Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich über den Verlust in Milliardenhöhe «zutiefst schockiert» und trat kurz darauf zurück. Als Konzernchef trage er die volle Verantwortung für das, was in der UBS passiere, begründete er seinen Schritt. Wenige Wochen später kündigte auch Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger an, er werde sein Amt vorzeitig aufgeben.

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(laf/sda)