«A faster, safer way to pay with your UBS Card.» Und diesem Slogan bewirbt die UBS im Internet nicht etwa ihr Handyzahlungsmittel Twint, sondern das sonst verschmähte «Apple Pay». In der Schweiz dürfen UBS-Kunden ihre Kreditkarten nicht bei Apple registrieren.

UBS und Apple Pay: Ausschnitt aus der Broschüre der UBSNichts sei einfacher, als die UBS-Visakarte beim Bezahlsystem anzumelden, wirbt die UBS. Dieses erlaube, anschliessend das Handy so zu verwenden, wie wenn es eine Kreditkarte wäre. «Just Tap and Go» – so einfach sei das kontaktlose Bezahlen, schreibt die UBS ihn ihrer Kundenbroschüre. Auch Samsung Pay und Android Pay werden von der UBS in den USA unterstützt.

Anders in der Schweiz: Obwohl Apple Pay seit Juli grundsätzlich auch mit Schweizer Kreditkarten funktioniert, müssen die Kunden der Grossbank bis weiter drauf verzichten. Aus dem Grund dafür macht die Bank keinen Hehl: UBS-Kunden sollen mit Twint bezahlen. Dieses ursprünglich von der Postfinance gegründete Handy-Bezahlungsmittel wird derzeit mit dem Konkurrenz-Produkt Paymit fusioniert, bei dem die UBS massgeblich das Sagen hat. Kommendes Jahr soll das «neue», fusionierte Twint lanciert werden.

Apple Pay nicht so «attraktiv» wie Twint

Die unterschiedliche Argumentation in der Schweiz und in den USA ist für UBS-Sprecher Marco Tomasina kein Widerspruch. Dass man in den USA auf Apple Pay setze, habe nicht etwa damit zu tun, dass dort die Konditionen für eine Zusammenarbeit besser seien. Es fehle schlicht eine so «attraktive» Alternative wie Twint. Diesen direkten Bezug versuchte Twint-Chef Thierry Kneissler bisher immer zu verneinen. «Unser grösster Konkurrent ist nicht Apple, sondern Cash», sagte er Mitte September in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft".

Wie viele Kreditkarten UBS in den USA verwalte, wollte Tomasina nicht sagen. In der Schweiz laufen rund 1,5 Millionen Karten über das UBS Card Center.

Derweil schreitet der Neustart von Twint voran. Vergangene Woche wurde in Zürich die Firma Twint Acquiring AG eingetragen, die sich um das Akzeptanzgeschäft mit den Händlern künden soll. Es handelt sich dabei um eine direkte Tochtergesellschaft der Twint AG, die zum gleichen Zeitpunkt von Bern nach Zürich verschoben wurde.

UBS und SIX handeln bei Twint

Die faktische Führung bei Twint scheint mittlerweile die UBS übernommen zu haben, wurden die entsprechenden Handelsregisterdokumente doch von UBS-Banker Andreas Kubli und SIX-Manager Jürg Weber eingereicht.

Interessante Details: Präsidiert wird die Twint Acquiring AG nicht etwa von Twint-Chef Kneissler, sondern von SIX-Manager Weber. Kneissler selber ist bisher nicht im Handelsregister eingetragen. Daraus lasse sich jedoch kein Rückzug ableiten, betont Twint-Sprecher Victor Schmid. Man habe die operativ tätigen Personen schlicht noch nicht im Handelsregister eingetragen. Kneissler sei weiterhin Chef von Twint.

Ganz ohne Pannen verlief die Gründung der Twint-Tochter allerdings nicht. Postfinance-Chef Hansruedi Köng wurde vom Handelsregister zunächst als «König» eingetragen. Nach ein paar Tagen wurde der Eintrag des Post-Abgesandten jedoch korrigiert.

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