Die UBS ist vor einem New Yorker Gericht mit dem Versuch gescheitert, die Klage eines Ex-Mitarbeiters abweisen zu lassen. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Mann wurde demnach laut eigener Darstellung entlassen, weil er Vorgesetzte darauf hinwies, man habe Druck auf ihn ausgeübt, irreführende Berichte zu veröffentlichen.

Trevor Murray, der bei der UBS als Stratege beschäftigt war, analysierte CMBS-Produkte und verfasste Berichte darüber, die an Kunden der Bank verteilt wurden, schreibt Bloomberg weiter. Man habe ihn gedrängt, seine Berichte so zu formulieren, dass sie UBS Securities im Handel und bei der Kreditvergabe begünstigten, so Murray. Unter der Bezeichnung CMBS werden Wertpapiere zusammengefasst, die durch gewerblich genutzte Immobilien besichert sind.

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Whistleblower oder nicht?

Die UBS begründete ihren Antrag auf Abweisung der Klage damit, dass Murray seine Bedenken nicht der Börsenaufsicht SEC vorgetragen habe und daher nicht als Whistleblower im Sinne des  Dodd-Frank-Gesetzes zur Reform der Wall Street und zum Schutz der Konsumenten gelten könne. Bezirksrichter Jesse Furman entschied dagegen laut der Nachrichtenagentur, Murray Klage erfülle nach US-Bundesrecht die Voraussetzungen zur Eröffnung eines Verfahrens. 

In der Begründung seiner Entscheidung schrieb Furman, die SEC habe die Bestimmungen des Dodd-Frank-Gesetzes so ausgelegt, dass der Informantenschutz unabhängig davon gewährt wird, ob die Enthüllungen gegenüber der SEC selbst gemacht wurden oder nicht.

(tno/se)