Die UBS blickt wieder optimistischer in die Zukunft als auch schon. Konzernchef Sergio Ermotti drückte es an der Generalversammlung vom Donnerstag in Zürich folgendermassen aus: «Es gibt noch viel für uns zu tun, aber wir blicken zuversichtlich in die Zukunft. Dies bringen wir auch dadurch zum Ausdruck, dass wir Ihnen heute wieder die Ausschüttung einer Dividende beantragen.»

Die drei Prioritäten für 2012 sind laut Ermotti: Ersten Kapitalaufbau, zweitens Kostenmanagement und drittens Risikomanagement.

Keine Aussagen zum Zockerfall in London

Zum Fall Adoboli, bei dem ein UBS-Händler in London letztes Jahr über zwei Milliarden US-Dollar verzockt hat, sagte der Konzernchef, dass man derzeit aufgrund des britischen Strafrechts und der laufenden Verfahren der Aufsichtsbehörden zum konkreten Sachverhalt keine umfassenden Aussagen machen könne.

Die UBS habe aber aufgrund eigener Untersuchungen die entsprechenden Massnahmen getroffen: «Wir haben die interne Überwachung und Kontrolle verbessert. Wir haben die Leute, die schwere Fehler gemacht haben oder uneinsichtig waren, ausgetauscht oder deren Bezahlung gekürzt. Und wir haben auch die Schwäche im internen Kontrollsystem für das Financial Reporting behoben.»

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Zwar werde im September das Gerichtsverfahren «wahrscheinlich für unerfreuliche Schlagzeilen sorgen». Ermotti meinte aber: «Wenn wir dann mit Details konfrontiert werden, will ich sagen können: Diese Details beschreiben einen Zustand der Vergangenheit.»

Und er stellt klar: «Kein Mitarbeiter und kein Gewinn sind es wert, die Reputation dieser Bank aufs Spiel zu setzen.» Die Reputation bewahren heisse jedoch nicht, auf Kosten nachhaltiger Erträge Risiken um jeden Preis zu vermeiden. «Ich möchte vielmehr dafür sorgen, dass Risiken und Erträge ausgewogen sind. Dies ist uns im ersten Quartal sehr gut gelungen», so Ermotti.

(chb/aho/awp)