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UBS-Chef bekräftigt Zweifel am Standort Schweiz

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Sergio Ermotti: Spricht unangenehme Mahnungen aus. KeystoneQuelle: Keystone

UBS-Chef Sergio Ermotti bestätigt, dass es keine Garantie für ein Festhalten der UBS am Standort Schweiz gäbe. «Nichts ist zu 100 Prozent sicher», sagte er. Er wolle mit seinen Worten sensibilisieren.

Veröffentlicht am 30.10.2017

Für UBS-Chef Sergio Ermotti bedroht die zunehmende Bankenregulierung die Präsenz der Grossbank in der Schweiz. Ermotti bekräftigt, dass es keine Garantie für das Festhalten am Schweizer Konzernsitz gebe.

«Ich bin Schweizer, ich will, dass die UBS in der Schweiz bleibt. Doch nichts ist zu 100 Prozent sicher», sagte Ermotti der Zeitung «Matin Dimanche». «Ich habe nur die Wahrheit gesagt», sagte Ermotti weiter und bezog sich dabei auf seine Aussagen gegenüber Bloomberg Magazine von Anfang Oktober.

Parallelen zur Nordea Bank

Damals hatte Ermotti mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt, es gebe keine hundertprozentige Sicherheit, dass die UBS in der Schweiz bleibe. Der CEO zog dabei Parallelen zur schwedischen Nordea Bank, die ihren Hauptsitz in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres von Stockholm nach Helsinki verlegt.

Damit will die schwedische Grossbank der scharfen Regulierung im Heimatland entgehen und Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Durch den Wegzug nach Finnland untersteht die Bank künftig der europäischen Bankenunion, in der Schweden nicht Mitglied ist, und wird damit gleich wie ihre europäischen Konkurrenten reguliert.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Sein Ziel sei es nicht für Unruhe zu sorgen, sondern die Öffentlichkeit und die Behörden dafür zu sensibilisieren, was sich derzeit im Bankensektor abspiele, sagte Ermotti zu «Matin Dimanche» weiter. Die UBS werde nicht mehr von Schweizer Investoren kontrolliert. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass eines Tages der Schweizer Konzernsitz in Frage gestellt werden könne.

Die UBS zieht einem Medienbericht zufolge im Zuge des Brexit nicht so viele Stellen aus London ab wie ursprünglich befürchtet. Das Geldhaus erwäge, nur noch rund 250 Jobs an andere EU-Standorte zu verlegen, berichtet die «Financial Times» am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

5000 Mitarbeiter in London

Die UBS beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in der britischen Hauptstadt. Der Abzug von 1000 Angestellten galt als schlimmstmögliches Szenario. Ein UBS-Sprecher sagte dem Blatt, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien.

In London tätige Banken brauchen ab März 2019 eine Gesellschaft mit EU-Banklizenz, wenn sie nach dem Austritt Grossbritanniens aus der EU weiter Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der Union anbieten wollen. Viele Geldhäuser prüfen deshalb die Verlagerung von Geschäften etwa nach Paris, Dublin oder Frankfurt.

 
(sda/me/mbü)

 

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