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Zinsbesteuerung
UBS-Chef Ermotti: «Nicht einfach EU-Vorgaben fügen»

UBS-Chef: Sergio Ermotti will international Klarheit schaffen. (Bild: Keystone)

Sergio Ermotti verlangt, dass die Diskussion über einen automatischen Informationsaustausch international geführt wird. Der UBS-Chef zeigt sich skeptisch über mögliche Gegenleistungen seitens der EU.

Veröffentlicht am 12.05.2013

UBS-Chef Sergio Ermotti schaltet sich in die Debatte um den automatischen Informationsaustausch ein. «Wir wollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz erhalten, und wir wollen saubere Geschäfte machen. Die Schweiz ist bereit, sich anzupassen», sagt Ermotti im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Ich bin skeptisch, weil ich nicht weiss, was wir als Land dafür bekommen», sagte Ermotti. Nachdem Luxemburg im April seine Bereitschaft bekannt gegeben hatte, Angaben zur Zinsbesteuerung von Vermögen mit anderen EU-Ländern zu teilen, und auch Österreich einen solchen Schritt vorbereitet, ist der Druck auf die Schweiz gestiegen.

«Wir sind nicht in der EU - und darum müssen wir uns auch nicht unbedingt der EU anpassen», sagte Ermotti. Er stellte in Frage, ob sich Konzessionen wie die Übernahme des automatischen Informationsaustauschs positiv auf den Marktzugang von Schweizer Finanzinstituten in Europa auswirken würde.

Dazu verlangt er, dass die Diskussion auf internationaler Ebene geführt wird: «Wir sollten diese Debatte führen. Es sind alle eingeladen: Die USA, die EU, Singapur, Hongkong. Setzen wir uns hin und kreieren einen internationalen Standard. Dann schaffen wir Klarheit.»

Stellenabbau ab 2015 verlangsamt

Trotz des guten Ergebnisses im ersten Quartal geht der Stellenabbau bei der UBS weiter: «Wir sind jetzt bei weniger als 62 000 Stellen, und in den nächsten sechs bis neun Monaten werden es gegen 60 000 Stellen sein. Damit haben wir rund 50 Prozent der angekündigten Reduktion umgesetzt. Danach wird sich der Abbauprozess, der bis Ende 2015 dauert, verlangsamen», prognostiziert Ermotti.

Ferner warnt der UBS-Chef von einem abrupten Ende der Tiefzinsphase. «Eines der grössten Risiken aus heutiger Sicht ist eine abrupte Trendwende bei den Zinsen», sagte Ermotti. «Wenn die Zinsen steigen, werden sie sehr rasch steigen: Den Investoren wird sehr wenig Zeit bleiben, sich darauf vorzubereiten.»

(aho/sda)

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