Auf die UBS dürfte in der Steueraffäre in Frankreich ein langwieriges Ermittlungsverfahren zukommen. Dies sagt die französische Steuerrechtsexpertin Manon Sieraczek-Laporte.

Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, werden die Ermittlungsbehörden genau abklären, inwiefern es zu Beihilfe oder Beteiligung an Steuerdelikten gekommen sei. Dazu seien neben Anhörungen und Gegenüberstellungen auch Hausdurchsuchungen möglich, sagte Sieraczek-Laporte in einem Interview mit dem Schweizer Internetportal «Newsnet».

Die Untersuchung könne Jahre dauern, auch weil die Finanzflüsse entwirrt werden müssten. Zu möglichen Sanktionen sagte die Anwältin, bei Geldwäscherei von Geldern, die vor dem Fiskus versteckt wurden, drohten in Frankreich bis zu fünf Jahre Gefängnis und Bussen von 375'000 Euro.

Generaldirektor im Visier

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Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die französische Justiz der UBS in einem formellen Ermittlungsverfahren nun die illegale Anwerbung von Kunden vorwirft. Zuvor hatte der Vorwurf auf Beihilfe zur illegalen Anwerbung von Kunden gelautet.

Auch gegen einen ehemaligen Generaldirektor der UBS in Frankreich, gegen eine ehemalige Führungsperson der UBS in Lille und gegen einen Angestellten der UBS in Strassburg wurde bereits ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet.

(tno/jev/sda)