In den 50er Jahren startet der gebürtige Kölner Klaus Mayer*, Jahrgang 1935, in Caracas ein Geschäft im Papiergrosshandel. Bald vertrieb er als lokaler Agent die Papierprodukte von weltweit führenden Herstellern wie Stora Enso – meistens exklusiv. Damit verdiente sich der Deutsche in den darauf folgenden Jahrzehnten ein Vermögen zusammen.
2005 transferierte Mayer ein Grossteil seines Vermögens zur UBS. Ein zweistelliger Millionenbetrag lagerte danach bei der UBS Hamburg. Für die UBS soll der heute 75-jährige ein dicker Fisch gewesen sein: Mayer gehörte laut Angaben seines Anwaltes zu den wichtigsten Klienten der UBS Deutschland AG. Doch die Pläne gingen am Ende nicht auf: Mayer meldete sich seinem Anwalt zufolge vor einigen Monaten beim deutschen Fiskus, nachdem weite Teile seines Vermögens in den Wirren der Finanzkrise pulverisiert worden waren. Mayer will in den nächsten Tagen Strafanzeige gemäss seinem Rechtsanwalt Strafanzeige in Frankfurt einreichen – wegen Steuerhinterziehung, versuchter Nötigung, Betrug und Untreue. Vor Gericht werde auch Mayers langjähriger UBS-Kundenberater als Zeuge vernommen. Dieser ist seit Ende 2008 nicht mehr für die UBS aktiv.
Möglicherweise droht der UBS nun ein zweiter Fall Birkenfeld. Jener UBS-Banker hatte im vergangenen Jahr vor Gericht über die Machenschaften der UBS in den USA ausgepackt, die Grossbank damit in eine schwere Krise gestürzt und letztlich das Ende des Schweizer Bankgeheimnisses eingeläutet.
Die UBS sagt zu Mayers Vorwürfen: «Der Fall liegt bei UBS in Deutschland seit 2008 zur Bearbeitung. Die UBS äussert sich nicht zur rechtlichen Auseinandersetzung», so UBS-Sprecherin Tatiana Togni.
 
*Name der Redaktion bekannt

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