Die Grossbank UBS hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014 über den Erwartungen des Marktes abgeschnitten. Das Management spricht entsprechend von «starken operativen Resultaten». Ausserdem hat das grösste Schweizer Bankinstitut in Sachen Steuerstreit eine Einigung in Deutschland gefunden und zahlt dafür eine hohe Busse. Bezüglich Ausblick gibt sich die Bank wie meist zurückhaltend.

Wie die UBS mitteilte, hat sie im Berichtsquartal einen Reingewinn von 792 Millionen Franken erzielt, dies nach 1,05 Milliarden im Vorquartal beziehungsweise 690 Millionen im Vorjahresquartal. Auf Vorsteuerebene erreichte der Gewinn einen Wert von 1,22 Milliarden Franken respektive 1,19 Milliarden Franken auf adjustierter Basis. Herausgerechnet wurden hier etwa ein Gewinn auf eigene Verbindlichkeiten von 72 Millionen Franken oder Restrukturierungskosten von 89 Millionen Franken.

Bank schlägt Markterwartungen

Die Bank hat mit ihren Zahlen die Schätzungen des Marktes geschlagen, die gemäss AWP-Konsens für den Reingewinn bei 715 Millionen Franken beziehungsweise für den Vorsteuergewinn bei 1,05 Milliarden Franken lagen. Dabei übertraf sie im Investmentbanking die Erwartungen, während sie im Wealth Management darunter abschnitt.

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Verbucht hat die Bank für die Periode von April bis Juni ausserdem Rückstellungen in diversen Fällen von insgesamt 254 Millionen Franken, wobei laut UBS der grösste Teil im Wealth Management anfiel. 120 Millionen Franken wurden für die Lösung des Steuerstreit mit Deutschland zurückgestellt, hat die Bank doch mit den Behörden im Bochum eine Lösung gefunden und zahlt dafür eine Busse von 300 Millionen Franken.

Nettoneugelder im Vermögensmanagement von 10,7 Milliarden Franken

Das Management zeigt sich mit den Resultaten zufrieden. Die Bank habe angesichts der anhaltend herausfordernden Marktbedingungen und ohne Berücksichtigung der erwähnten Rückstellungen eine starke Leistung gezeigt, sagt Konzernchef Sergio Ermotti in der Mitteilung. Man habe sich dabei auch bemüht, weitere Rechstfälle abzuschliessen, die Altlasten weiter zu beseitigen und weiter an der Strategie zu arbeiten.

Bezüglich der erhaltenen Neugelder zeigte sich die Bank ebenfalls sehr zufrieden. Im Bereich Wealth Management (WM) waren es netto im zweiten Quartal 10,7 Milliarden Franken, wobei die Neugeld-Wachstumsrate am oberen Ende der Zielbandbreite ausgefallen sei, wie es heisst. Im Bereich Wealth Management Americas (WMA) ergab sich allerdings aus saisonalen und steuerlichen Gründen ein Abfluss von 2,5 Milliarden Dollar. Die Bankführung zeigte sich aufgrund der in jüngster Zeit erhaltenen Neugelder diesbezüglich allerdings nicht beunruhigt.

Weiter unter Druck ist aufgrund vor allem der tiefen Zinsen die Bruttomarge im WM. Sie fiel im Berichtsquartal um 3 Basispunkte (BP) auf 84 BP und bleibt damit weiterhin unter dem Zielband von 95 - 105 BP. Dabei sei die Volatilität der einzelnen Monate äusserst gering gewesen, sagte das Management gegenüber Journalisten.

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Kernkapitalquote über Zielwert

Weitere Fortschritte hat die Bank bei der Kapitalisierung erzielt. Die Kernkapital-Quote (CET 1) lag per Ende Juni bei 13,5 Prozent. Im März lag die Quote noch bei 13,2 Prozent. Ein Wert von über 13 Prozent ist eine Voraussetzung dafür, dass die Bank ihre Ausschüttungsquote merklich erhöhen will. Die für die Banken ebenfalls wichtige (ungewichtete) Leverage Ratio (SRB Basel III) konnte um 40 BP auf 4,2 Prozent verbessert werden. Stabil blieben dagegen die sogenannten Risk Weighted Assets (RWA) mit rund 227 Milliarden Franken.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich die Bank gewohnt vorsichtig. Zu Beginn des dritten Quartals 2014 seien die Herausforderungen dieselben wie zuvor. Die UBS erwähnt diesbezüglich etwa den gemischten Ausblick für die Weltwirtschaft, das Fehlen nachhaltiger und glaubwürdiger Fortschritte bei den Problemen in Europa oder bei der amerikanischen Fiskal- und Geldpolitik sowie zunehmende politische Risiken. Zusammen mit den erwartenden saisonbedingt schwachen Sommermonaten dürften sich somit die vorherrschenden Marktbedingungen kaum verbessern, meint die UBS.

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(awp/moh/chb)

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