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UBS-Fiasko: Bereits zehn Top-Banker mussten gehen

UBS: Bis zum 17. November muss eine Lösung her. (Bild: Keystone)

Köpferollen bei der UBS: Nach dem milliardenschweren Zocker-Verlust in London mussten bereits zehn Top-Verantwortliche die Grossbank verlassen. Auch die unmittelbaren Arbeitskollegen des fehlbaren Hän

Von Claude Baumann
am 12.10.2011

Die Turbulenzen im krisengeschüttelten Aktienhandelsgeschäft der UBS in London ziehen immer weitere Kreise. Seit dem Auffliegen der Fehlspekulationen des Traders Kweku Adoboli im September sind bereits zehn Top-Verantwortliche eiligst verabschiedet, suspendiert oder entlassen worden, wie Recherchen der «Handelszeitung» ergeben haben. Eine UBS-Sprecherin bestätigte entsprechende Informationen.
 
Bereits letzte Woche gaben die beiden Co-Chefs des globalen Aktienhandelsgeschäfts François Gouws und Yassine Bouhara ihren Rücktritt bekannt. Seither ist der Damm in der Abteilung gebrochen: Bouharas Adjudant und Chief Operation Officer Niraj Gudka ist weg, genauso wie Gouws’ rechte Hand, Sethu Palaniappan.

Suspendiert wurden überdies der Chef der Abteilung Synthetic Equity, Ricardo Honegger, der Leiter des Delta One Trading, John DiBacco, und Ron Greenwich, Managing Director für das Cash-Trading-Geschäft der Bank. Im Rahmen einer internen Untersuchung sollen allfällige Sanktionen gegen die Betroffenen ausgesprochen werden, wie eine UBS-Sprecherin weiter erklärte. Diese Sanktionen könnten von einer Verwarnung über Lohnkürzungen bis hin zu einem Verweis reichen.

Auch die unmittelbaren Arbeitskollegen des fehlbaren Händlers Kweku Adoboli am Delta One Trading Desk sind mittlerweile suspendiert worden. Dabei handelt es sich um drei Personen. Wegen der laufenden Untersuchungen und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes will die UBS zu den einzelnen Betroffenen keine Stellung nehmen. Angesichts der personellen Turbulenzen ist die Schweizer Grossbank gemäss weiteren Angaben daran, «die Struktur in dem Bereich neu zu definieren».
 
Eine Lösung muss die UBS bis spätestens am 17. November 2011 liefern. Dann findet in New York der Investorentag der Bank statt. An dem Datum soll die Konzernstrategie für die nächsten Jahre bekanntgegeben werden.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

(tno/rcv)
 

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