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UBS-Gewinn schrumpft - Aktie gibt deutlich nach

UBS-Chef Sergio Ermotti: Hatte schon mehr zu lachen. Keystone

Die UBS kann nicht an das gute Ergebnis des Vorjahres anknüpfen. Der Gewinn der Bank fiel 2016 um 47 Prozent tiefer aus als noch 2015. Die Vermögensverwaltung schwächelt und verunsichert die Anleger.

Veröffentlicht am 27.01.2017

Die UBS hat im vergangenen Jahr angesichts der Zurückhaltung vieler Vermögensverwaltungskunden und geringerer Erträge in der Investmentbank einen Gewinnrückgang verbucht.

Unter dem Strich stand für die grösste Schweizer Bank nach Angaben von Freitag ein Plus von 3,3 Milliarden Franken nach 6,2 Milliarden Franken im Jahr davor. Damals hatte die UBS jedoch auch von umfangreichen Steuergutschriften profitiert. Zudem schnitt die Bank besser ab als von Analysten erwartet.

Der UBS-Aktienkurs ging am Freitag als Reaktion auf Talfahrt. Der Kurs gab in der ersten Handelsstunde um 2,5 Prozent nach. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI zog leicht um 0,08 Prozent an. Im Schlepptau von UBS fielen auch die CS-Aktien um 2,6 Prozent.

Steigerung bei Schweizer Kunden 

Die internationale Vermögensverwaltung erzielte 2016 noch einen Vorsteuergewinn von 1,9 Milliarden Franken nach 2,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Auch die Investmentbank schloss mit einem Vorsteuergewinn von 1,0 Milliarden deutlich schlechter als im Vorjahr ab (1,9 Milliarden Franken).

Sich steigern konnte die Bank sich dagegen im Geschäft mit den Schweizer Privat- und Firmenkunden (+7 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken) und in der Vermögensverwaltung in den USA. Mit einem um 54 Prozent höheren Vorsteuergewinn auf 1,1 Milliarden Franken hat die UBS in diesem Geschäft sogar einen neuen Rekord erzielt.

Viertes Quartal besser

Das vierte Quartal schloss die UBS mit einem Gewinn von 738 Millionen Franken ab. Damit fallen die Überschüsse um 22 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Damals hatte die Grossbank jedoch von einer Steuergutschrift im Umfang von 715 Millionen Franken profitiert, die diesmal nicht mehr anfielen. Um solche Sondereffekte bereinigt hat sich der Gewinn von 234 Millionen Franken auf 848 Millionen Franken vervielfacht.

Steigern konnte sich die Bank in fast allen Bereichen. Die grössten Sprünge machten das amerikanische Vermögensverwaltungsgeschäft (von 14 Millionen auf 339 Millionen Franken Vorsteuergewinn) und das Investmentbanking (von 80 Millionen auf 306 Millionen Franken Vorsteuergewinn).

Das sagen die Analysten

Die Analysten bezeichneten insbesondere die Nettoneugeldentwicklung im amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft als eher enttäuschend. Dasselbe scheint für die Vermögensverwaltung im Allgemeinen zu gelten. Neben einem Nettoneugeldabfluss hatte die Schweizer Grossbank im erklärten Kerngeschäft gegenüber dem vorangegangenen Quartal mit einer rückläufigen Bruttomarge zu kämpfen.

In ihren ersten Kommentaren zeigten sich die Analysten jedoch durchaus positiv angetan vom Viertquartalsabschluss der Grossbank. «Die UBS hat in einem schwierigen Quartal ein ansprechendes Ergebnis publiziert», fasste beispielsweise die ZKB zusammen.

Etwas optimistischer als zuletzt

Als Treiber orten die Experten zum einen die über den Erwartungen ausgefallene Performance der Investment Bank und der Vermögensverwaltung in den USA. Zum anderen fielen insbesondere die Rückstellungen für Rechtsrisiken und ähnliches tiefer als geschätzt aus. Baader Helvea spricht von einer sehr starken Investment Bank. Überzeugt haben gemäss Vontobel vor allem der Aktien-Handel sowie das Investment Banking, also die Beratung.

Für die Zukunft gibt sich die UBS selber etwas optimistischer als zuletzt: Zwar bremse das unsichere Umfeld weiterhin die Kundenaktivitäten; allerdings habe UBS vor allem in den USA ein steigendes Investorenvertrauen beobachtet. Zudem könnten die dort wieder steigenden Zinsen dem Institut helfen. 

(reuters/sda/tno/cfr)

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