Nach Bekanntgabe des Quartalsergebnisses ist der Kurs der UBS-Aktie am Dienstagmorgen deutlich gestiegen - trotz neu gebildeter Rückstellungen für Bussen und Verfahrenskosten in Rechtsfällen.

Kurz nach 10 Uhr notierte das UBS-Papier 3,3 Prozent über dem Kurs des Vorabends, derweil der Leitindex SMI 1,4 Prozent im Plus lag. Der Kursanstieg der UBS war auch höher als jener anderer Bankinstitute - so verzeichnete die Credit Suisse einen Kursgewinn von 1,1 Prozent und Julius Bär einen von 1,9 Prozent.

Vermögensverwaltung als Lichtblick

In ersten Analystenkommentaren wurde das Ergebnis der UBS-Investmentbank nach Abzug der Rückstellungen als im Rahmen der Erwartungen liegend bezeichnet.

Als Lichtblick wurde der Gewinnbeitrag aus der Vermögensverwaltung bezeichnet. Dieser hat die Erwartungen des Marktes übertroffen. Nicht nur bei der Margenentwicklung, sondern auch beim Zufluss neuer Kundengelder hebe sich die UBS in positiver Weise von anderen Banken wie der Credit Suisse ab, hiess es.

Anzeige

UBS zeigt sich zufrieden

Die UBS hattte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014 erneut unter hohen Rückstellungen für Rechtsfälle gelitten, dank einer Steuergutschrift aber unter dem Strich doch klar im Plus abgeschlossen. Mit der operativen Performance zeigt sich die Grossbank zufrieden, und auch in Bezug auf die Kapitalisierung hat sie weitere Fortschritte gemacht. Vorsichtig gibt sich das Management wie üblich hinsichtlich des Ausblicks für das laufende Quartal bzw. für den erwarteten Geschäftsverlauf.

Wie die UBS am Dienstag mitteilte, hat sie im Berichtsquartal einen Reingewinn von 762 Millionen Franken erzielt, dies nach 792 Millionen im Vorquartal bzw. 577 Millionen im Vorjahresquartal. Das Ergebnis enthält Netto-Rückstellungen von insgesamt 1,84 Milliarden Franken für Rechtsfälle sowie eine Steuergutschrift von 1,32 Milliarden Franken. Auf Vorsteuerebene weist die grösste Schweizer Bank entsprechend ein Minus von 554 Millionen Franken aus, bereinigt ergibt sich aber auch hier ein Plus von 1,65 Milliarden Franken.

Management ist zufrieden

Das Management zeigt sich vom operativen Resultat angetan und CEO Sergio Ermotti wird in der Mitteilung mit den folgenden Worten zitiert: «Ich bin sehr zufrieden mit der zugrundeliegenden Performance im Berichtsquartal. Darin kommt einmal mehr unsere starke Marktstellung zum Ausdruck.» Gleichzeitig unternehme man aktiv Schritte zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten und zur Lösung regulatorischer Angelegenheiten.

Aufgrund der diversen ausserordentlichen Buchungen ist ein Vergleich mit dem Konsens etwas schwierig. Gemäss AWP-Konsens wurden für den Reingewinn 862 Millionen Franken bzw. für den Vorsteuergewinn 825 Millionen Franken erwartet.

Bessere Performance im Wealth Management

Im Vergleich zum zweiten Quartal hat die Bank im Kernbereich Wealth Management deutlich besser abgeschnitten und den Vorsteuergewinn mit 707 Millionen Franken fast verdoppelt. Insgesamt erhielt die UBS in dieser Einheit Nettoneugelder von 9,8 Milliarden Franken. Für einmal wieder verbessert werden konnte auch die Bruttomarge, die um 2 Basispunkte (BP) auf 86 BP zulegte. Im Wealth Management Americas gelang der UBS ein Plus von 12 Prozent auf 236 Millionen Franken mit Neugeldern von 4,9 Milliarden Franken. Insgesamt konnte die Bank in den Wealth Management Einheiten Nettoneugelder von 14,4 Milliarden entgegennehmen.

Anzeige

Beim Investment Banking (IB) wird aufgrund der hohen Rückstellungen ein Vorsteuerverlust von 1,28 Milliarden Franken ausgewiesen. Die Rückstellungen dürften dabei vor allem im Zusammenhang mit dem Fall der Devisenmanipulationen stehen, auch wenn die Bank dies in der Mitteilung nicht explizit erwähnt. Vor kurzem hatte sie aber verlauten lassen, dass man mit diversen Behörden in Gesprächen über eine mögliche Einigung sei und dies auch Bussen beinhalten könnte. Adjustiert wies die IB ein Plus von 494 Millionen Franken aus, wobei die Erträge auf adjustierter Basis den höchsten Quartalswert seit 2010 erreicht hätten.

Kernkapitalquote über Zielwert

Weitere Fortschritte hat die Bank dagegen bei der Kapitalisierung erzielt. Die Kernkapital-Quote (CET 1-Basel III bei vollständiger Umsetzung) lag per Ende September bei 13,7 Prozent und damit um 20 BP höher als Ende Juni. Ein Wert von über 13 Prozent ist bekanntlich eine Voraussetzung dafür, dass die Bank ihre Ausschüttungsquote merklich erhöhen will.

Anzeige

Die für die Bank ebenfalls wichtige (ungewichtete) Leverage Ratio (SRB Basel III bei vollständiger Umsetzung) blieb derweil unverändert bei 4,2 Prozent. Bei den sogenannten Risk Weighted Assets (RWA) verminderte sich der Wert auf 219 von 227 Milliarden Franken.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich die Bank wie gewohnt vorsichtig. Zu Beginn des vierten Quartals 2014 blieben viele der bereits früher erwähnten Herausforderungen grundsätzlicher und geopolitischer Natur unverändert bestehen und hätten sich in einigen Fällen gar verschärft. Es seien auch neue Risiken aufgetaucht wie etwa Ebola. Ungeachtet der anhaltenden Herausforderungen werde man die Umsetzung der Strategie weiterführen.

(awp/sda/ise/dbe)