Die UBS will ihre Präsenz in Russland beibehalten, auch wenn sich Wettbewerber aus dem Land zurückziehen. Die Schweizer Bank setzt darauf, dass sich die Transaktionstätigkeit allmählich wieder erholt, erklärte UBS-Russlandchefin Elena Titova.

UBS plane keine Stellenstreichungen in den Bereichen Investmentbanking oder Wealth Management in Russland, sondern «erwägt ernsthaft», ehemalige Mitarbeiter von der Deutsche Bank einzustellen, die im September Positionen gestrichen habe, sagte Titova in einem Interview.

Beharrlichkeit für Gewinne

«Kunden schätzen es, wenn Banken bei ihnen bleiben, auch wenn sie nicht richtig arbeiten können», wegen Sanktionen gegen das Land, sagte sie am 28. September. «Solche Beharrlichkeit verwandelt sich nach einiger Zeit in Erträge.»

Russland befindet sich erstmals seit 2009 in einer Rezession, und die Bankengewinne sind auf ein 13-Jahres-Tief gefallen, während die Transaktionstätigkeit zum Erliegen kommt, zeigen von Freeman & Co. zusammengestellte Daten. Die Deutsche Bank hatte im September angekündigt, ihr russisches Investmentbankinggeschäft zu schliessen und rund 200 Stellen bis Jahresende zu streichen. Die grösste Bank Deutschlands ist mit Untersuchungen konfrontiert, ob Geschäfte russischer Kunden Geldwäschegesetze verletzt haben. 

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Bedeutender Teil des Geschäfts

Die UBS habe vor einem Jahr ihre letzte Eurobond-Begebung durchgeführt, sagte Titova. Zwar sei eine Reihe von Deals in der Pipeline, darunter auch ein IPO, aber es sei unwahrscheinlich, dass sie vor der zweiten Jahreshälfte 2016 durchgeführt werden.

Das Russlandgeschäft sei mit mehr als 100 Mitarbeitern in Moskau ein bedeutender Teil des Geschäfts von UBS, erklärte Titova. Sie äusserte sich nicht dazu, wie sich dieses auf Investmentbanking und Wealth Management aufteilt. Die UBS baue ihr Wealth-Management-Geschäft in Russland aus. 

Investmentbanken könnten in Russland nur mit strukturierter Finanzierung Geld verdienen, so Titova. Dennoch halte UBS ihre Beziehungen zu Kunden aufrecht, denn früher oder später werde es mit Fusionen, Übernahmen und Börsengängen wieder aufwärts gehen.

UBS habe im Rahmen einer globalen Restrukturierung in Moskau 2012 und 2013 40 Prozent der Stellen gestrichen, sagte die Russlandchefin. "Wir schauen weiter nach Möglichkeiten, das Team aufzurüsten. Das heisst nicht, dass wir sehr viel einstellen, aber wenn wir interessante Optionen sehen, etwa bei den ehemaligen Deutsche-Bank-Mitarbeitern, dann erwägen wir das ernsthaft.»

(bloomberg/chb)