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UBS-Investmentbank: Kritik am System

Auf der Suche nach Lücken: UBS-Präsident Kaspar Villiger (Bild: Keystone)

Trotz der verzockten Milliarden will die UBS am Investmentbanking festhalten - allerdings wohl mit Abstrichen. Derweil hagelt es Kritik. Bundesrat Ueli Maurer stellt künftige Hilfsaktionen für Banken

Veröffentlicht am 18.09.2011

Trotz des Riesenlochs, das ein Londoner Händler bei der UBS verursacht hat, hält UBS-Präsident Kaspar Villiger laut der «NZZ vom Samstag» an der Investmentbank als solcher fest. Die Strategie einer Investmentbank, die nicht mehr auf den Eigenhandel, sondern auf Dienste für die Kunden ausgerichtet sei, habe sich bewährt, liess Villiger verlauten.

Es sei hingegen abzuklären, ob und wie die Kontrollen und die Fokussierung auf die Kunden verbessert werden müssten. Villiger liess eine Verkleinerung der Sparte durchblicken, die in den letzten zehn Jahren der UBS happige Verluste eingebrockt hatte: Es sei klar, dass die Investmentbank künftig mit weniger Kapital werde auskommen müssen.

Dass so ein Riesenverlust passiert sei, zeige, dass es irgendwo noch Lücken gebe, die geschlossen werden müssten, machte Villiger gemäss der Zeitung deutlich.

Maurer: System versagt

Bundesrat Ueli Maurer sagte in einem Interview mit der Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag», der Fall werde ein denkbar schlechtes Licht auf die Schweizer Banken. Er habe den Eindruck, dass das System versagt habe.

«Man darf doch nicht einem 31-Jährigen, der erst seit fünf Jahren in der Bank tätig ist, eine solche Machtfülle in die Hände geben», sagte Maurer. Entweder habe er tatsächlich eine grosse kriminelle Energie entwickelt, oder dann habe schlicht die Kontrolle versagt.

Die Politik müsse sich künftig noch intensiver überlegen, ob man einer Bank wirklich unter die Arme greifen wolle, wenn es ihr schlecht gehe. «Es darf ja nicht sein, dass der Steuerzahler eine Bank rettet, die dann einen 31-Jährigen mit 2 Milliarden Franken 'hopps' gehen lässt. So etwas geht », sagte Maurer.

Am Sonntagnachmittag teilte die UBS dann mit, dass der Verlust sich sogar auf 2,3 Milliarden belaufe, nicht nur auf 2 Milliarden, wie zuvor angenommen.

Fusion mit einer anderen Investmentbank?

Der einstige Leiter der UBS-Investmentbank, Markus Granziol, sagte in einem Interview mit der «SonntagsZeitung», dass Grübels Strategie für die UBS-Investmentbank fragwürdig sei: «Die Umsetzung ist »

«Der Versuch, nach über 50 Milliarden Verlust wieder eine weltweit führende Investmentbank im Zinsengeschäft zu werden, war ein Fehler», sagte Granziol.

Am besten wäre eine Fusion mit einer anderen Investmentbank, so wie damals bei UBS und Bankverein. Die Investmentbank einfach zu schliessen, wäre unglaublich riskant.

(tno/sda)

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