Andrea Orcel, der neue Chef der UBS-Investmentbank konnte den Wert seines Antrittsbonus bereits um die Hälfte steigern: Im August erhielt der neu zur UBS gestossene Investmentbanker 1,755 Millionen UBS-Aktien zugeteilt – zu einem Stückpreis lag bei 10.50 Franken. Gestern Freitag schlossen die Aktien bei 15.50.

«Der Wert des Pakets erhöhte sich somit von 18,5 Millionen auf 27,2 Millionen Franken – eine Buchwertsteigerung von knapp 48 Prozent», rechnet die Zeitung «Der Sonntag» vor. UBS-Sprecherin Eveline Müller hält fest: «Der Aktienteil unterliegt den Aktienkursschwankungen nach oben und unten – wie bei allen Aktionären.»

Zusätzlich zu den Aktien erhielt Orcel auch noch 6,364 Millionen US-Dollar, die wie die Aktien vorerst gesperrt sind, wobei die erste Tranche bereits dieses Jahr frei wird. Somit beträgt sein Antrittsbonus 33,2 Millionen Franken. Ein Wermutstropfen für Orcel bleibt: «Die Tatsache, dass sich die Aktien der Bank of America besser entwickelten nach seinem Abgang als diejenigen von UBS, dürfte am Ego des erfolgsverwöhnten Investmentbankers kratzen», so der Bericht.

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96 Millionen Franken für 203 Kaderleute

Sogenannte «Ersatzzahlungen» seien bei der UBS aber bei weitem kein Einzelfall: Laut «SonntagsZeitung» kamen 2012 insgesamt 203 Kaderleute in diesen Genuss – die UBS habe dafür 96 Millionen Franken ausgegeben. 

Die Elite unter ihnen stellten 32 Kaderleute, die von der UBS als «Key Risk Takers» bezeichnet werden, heisst es weiter - sie kassierten im Schnitt 2 Millionen Franken pro Kopf als Ablösezahlung.

Ethos-Direktor Biedermann enttäuscht

Neben den «Ersatzzahlungen» gewährt die UBS auch «Antrittszahlungen»: Sie werden «gelegentlich wichtigen Kandidaten der obersten Führungsebene angeboten, um die Chance auf deren Zusage auf ein Angebot hin zu erhöhen», so die UBS. Letztes Jahr kamen immerhin 182 Personen in den Genuss einer solchen Zahlung – insgesamt 17 Millionen Franken.

«Der Vergütungsbericht der UBS zeigt, dass diese Ersatzzahlungen systematisch erfolgen», wird Dominique Biedermann, Direktor der Stiftung Ethos, zitiert. «Solche Zahlungen setzen falsche Anreize», so Biedermann weiter – und: «Es ist enttäuschend, dass die UBS in diesem Punkt offenbar noch nichts gelernt hat.»

(vst)