Die UBS hat Insidern zufolge ein Auge auf einen Anteil von bis zu zehn Prozent an einer der grössten chinesischen Banken geworfen. Die Schweizer Grossbank gehöre neben dem Staatsfonds Temasek aus Singapur und der französischen BNP Paribas zu dem halben Dutzend Bietern für die Beteiligung an der Postal Savings Bank of China (PSBC), sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

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Die Beteiligung an der Staatsbank dürfte mindestens drei Milliarden Dollar wert sein. Die chinesische Regierung sei bereit, auch einen grösseren Anteil zu veräussern, erklärte einer der Insider. Dabei ziehe sie einen strategischen Anleger einem Finanzinvestor vor.

Auf dem Land stark

PSBC hat rund 470 Millionen Kunden und ist vor allem in ländlichen Gegenden stark. Nachdem die vorläufigen Gebote den Insidern zufolge bis vergangene Woche eingereicht werden mussten, prüften die Parteien die Bücher nun vertieft (Due diligence) und könnten dann verbindliche Offerten vorlegen.

Der Verkauf des Pakets ist eine Vorbereitung auf den für kommendes Jahr geplanten Börsengang. Der Preis für den nun zum Verkauf stehende Anteil soll einen Anhaltspunkt für die Bewertung beim Gang aufs Parkett liefern.

UBS, Temasek und BNP lehnten eine Stellungnahme ab. PSBC konnte nicht erreicht werden.

Vermögensverwaltung soll kräftig wachsen

Die UBS peilt im asiatischen Geschäft mit reichen Privatkunden ein kräftiges jährliches Wachstum der verwalteten Vermögen an. «Wir wollen um 15 Prozent und mehr wachsen», sagte Private Banking-Chef Jürg Zeltner zu Reuters. Mit Vermögen von 269 Milliarden Franken ist die UBS die Nummer eins in der Region Asien-Pazifik. Die grösste Wachstumschance sieht Zeltner in China.

Die UBS setzt darauf, dass immer mehr Chinesen ihr Geld vor Ort verwaltet lassen wollen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten bedient die grösste Schweizer Bank ihre Kunden nicht nur aus dem Ausland, sondern auch aus Büros in China.

(reuters/chb/gku)