Die Staatsanwaltschaft im nordrhein-westfälischen Bochum hat bundesweit Firmen und Privathäuser von UBS-Kunden durchsuchen lassen. Der Verdacht lautet auf Steuerhinterziehung. Staatsanwälte und 50 Steuerfahnder aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz.

Einer der betroffenen UBS-Kunden ist der Unternehmer Albert Eickhoff, Inhaber eines renommierten Modehauses auf der Düsseldorfer Luxuseinkaufsstrasse Kö und eine feste Grösse in der Modebranche, berichtet die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» in ihrer Online-Ausgabe. 

Eickhoff sagte dem Blatt, die Fahnder hätten gegen 8.45 Uhr an seiner Haustür geklingelt. Er habe in einem Gespräch mit ihnen eingeräumt, seit 35 Jahren ein Konto bei der Schweizer Grossbank zu unterhalten. Allerdings sei auf dieses Konto seit 30 Jahren nichts mehr eingezahlt worden. 

Der Mode-Unternehmer berichtet der Zeitung, er sei in der Steuerfrage selber aktiv geworden: Noch im Mai habe er bei einem Besuch in der Schweiz darum gebeten, die dort liegende Summe, die offenbar mindestens sechsstellig ist, zu versteuern. Das sei offenbar nicht geschehen. «Es tut mir leid», so Eickhoff.

So berichtet die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung». (Bild: Screenshot derwesten.de)

Die UBS erklärte am Nachmittag zu den Razzien, man unterstütze das «Anliegen zur Steuerehrlichkeit» bei deutschen Kunden. Zur Lösung der Altgelderfrage habe die UBS mehrfach klar gemacht, dass sie die Abgeltungssteuer in der aktuell vorliegenden Fassung des Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland voll und ganz unterstütze.

Steuer-CD als Ausgangspunkt

Grundlage für die Durchsuchungen ist nach Informationen der «Bild»-Zeitung eine Steuer-CD, die das Finanzministerium des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW) vor drei Monaten über Fahnder aus Wuppertal angekauft hatte. Darauf befänden sich neben Kontodaten auch Informationen zu Stiftungen, mit denen Deutsche in der Schweiz Steuern hinterzogen haben sollen. 

Anzeige

Das Finanzministerium in der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte früher schon erklärt, seit 2010 seien insgesamt sechs CDs aus der Schweiz mit den Daten mutmasslicher deutscher Steuerhinterzieher gekauft worden. 

Die rot-grüne NRW-Landesregierung stellt sich gegen das von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ausgehandelte Steuerabkommen mit der Schweiz. Das Abkommen kommt nur zustande, wenn der Deutsche Bundesrat, die Länderkammer, am 23. November zustimmt. Das dürfte jedoch schwierig werden, da SPD, Linke und Grüne es für unzureichend halten.

(tno/awp)