Die schärfere Regulierung könnte UBS nach Einschätzung von Analysten zu einer Abspaltung ihrer Investmentbank veranlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die grösste Schweizer Bank das riskante Geschäft tatsächlich losschlägt, veranschlagen die Analysten von Mediobanca in einer veröffentlichten Studie auf über 50 Prozent. Als Grund führten die Experten die zunehmend härtere Gangart der Regulatoren an. «Wir sind sicher, dass die Bank nun Pläne zur Trennung der Investmentbank vom Rest der Gruppe aus der Schublade holt», hiess es in der Studie.

Der weltgrösste Verwalter von Privatvermögen ist nach Milliardenverlusten im Investmentbanking seit Herbst 2012 bereits dabei, das Geschäft zurückzufahren. Gleichzeitig hat die Unternehmensspitze um Bankchef Sergio Ermotti wiederholt klargestellt, dass das Institut an den Teilen des Investmentbankings festhalten will, die den reichen Privatkunden nützen. Diese Position bekräftigte die Bank: «Wir haben uns klar zur Strategie geäussert und diese schliesst die Investmentbank ein», erklärte ein Sprecher.

Zu mehr Eigenkapital verdonnert


Nach Einschätzung der Mediobanca-Analysten könnten aber die verschärften Vorschriften der Regulatoren ein Umdenken im Management auslösen. Die Schweizer Bankenaufsicht Finma verdonnerte UBS im Oktober dazu, vorübergehend mehr Eigenkapital für operationelle Risiken zurückzulegen. Zudem deutete die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf an, dass sich UBS und Konkurrent Credit Suisse in Zukunft möglicherweise auf eine Erhöhung der Eigenkapitalquoten einstellen müssen. An der Börse sorgte das für Verstimmung, die UBS-Aktie geriet unter Druck.

Die UBS könnte aber nicht die einzige Schweizer Bank sein, die grundlegende Veränderungen plant. Laut einer Studie von Nomura ist auch ein Strategiewechsel bei der Credit Suisse vorstellbar. Die Grossbank könnte es ihrer Rivalin UBS gleichtun und ihrer Investmentbank eine drastische Schrumpfkur unterziehen. Das Finanzhaus hat ebenfalls mit kosten- und kapitalseitigen Herausforderungen zu kämpfen. Sollten sich die Eigenmittelvorschriften in der Schweiz weiter verschärfen, könnte sich die Credit Suiss zu einem solchen Schritt gezwungen sehen, so die Analysten der Studie.

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(reuters/dbe/vst)