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UBS: Rücktrittsforderung und nicht akzeptable Vorfälle

UBS-Verwaltungsratspräsident Villiger soll gemäss Ehrenpräsident Senn seinen Stuhl früher als geplant räumen. (Bild: Keystone)

Der interimistische UBS-Chef Sergio Ermotti bekräftigt, dass man sich auf jene Geschäfte beschränken müsse, welche die Reputation nicht gefährdeten. Ehrenpräsident Nikolaus Senn rät VR-Präsident Kaspa

Veröffentlicht am 16.10.2011

Der interimistische UBS-Chef Sergio Ermotti bezeichnet seine Ernennung im Interview mit dem «SonntagsBlick» als «sehr plötzlich». Eigentlich sei es geplant gewesen, dass sein Vorgänger Oswald Grübel «mindestens noch ein paar Monate» weitermache. Davon hätte ihn der Verwaltungsrat an der Sitzung in Singapur überzeugen wollen - aber es kam anders. «Also kam Plan B zum Zug», sagte Ermotti, «und ein Teil von Plan war ich.»

Allerdings habe er, so Ermotti, zwei Bedingungen gestellt: «Erstens wollte ich auch als CEO ad interim die Kompetenzen für alle Entscheidungen eines CEO. Zweitens: Wir halten daran fest, am 17. November unseren Investorentag durchzuführen und dort unsere neue Strategie vorzustellen.» Der Lohn sei hingegen kein Diskussionspunkt gewesen.

Ermottis Appell an die Geduld der Investoren

In seiner nun seit gut 20 Tage dauernden Amtszeit habe Ermotti fünf Prioritäten kommuniziert - darunter auch, dass die interne Untersuchung zu diesem Unfall in London zum Abschluss gebracht werden müsse. «Wir müssen rasch anpacken, was verbessert werden muss», so der Tessiner.

Im Hinblick auf den Investorentag gibt sich Ermotti zurückhaltend: «In der momentanen Lage ist es unmöglich, absolute Gewinnziele zu nennen.» Der interimistische CEO ist von einer Wende überzeugt: Sie werde aber nicht zwei, drei Quartale, sondern «eher 2 bis 4 Jahre» dauern. «Aber die UBS hat alles, um es wieder an die Spitze zu schaffen.»

Die Schwankungen bei den Gewinnen dürften nicht mehr so gross sein, sagte Ermotti. Das Investmentbanking erschliesse der UBS einen «grossen Zusatznutzen». So gehörten 40 Prozent aller bei der Bank angelegten Vermögen Kunden, die 50 Mio. Franken oder mehr besässen und auf die Dienste der Investmentbank angewiesen seien.

Allerdings gestand Ermotti ein, dass der «Unfall in London» - sprich der Handelsverlust über 2,3 Mrd. Dollar -, die Verluste im Subprime-Geschäft sowie die Steueraffäre in den USA sowohl das UBS-Kerngeschäft wie auch die Schweiz als Land gefährdet hätten. «Was in den letzten vier Jahren passiert ist, ist nicht akzeptabel», erklärte er.

Neuer UBS-CEO soll Schweizer sein

Derweil fährt UBS-Ehrenpräsident Nikolaus Senn in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» schweres Geschütz auf - und rät dem jetzt UBS-VR-Präsidenten Kaspar Villiger: «Es wäre gut, wenn er das Präsidium auf die nächste Generalversammlung im Mai an den bereits designierten Nachfolger Axel Weber übergeben würde.»

Das einst von der UBS genannte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent bezeichnet Senn als «Fantasie von jungen Bankern». Die Frage, ob Grübel der falsche Mann an der Spitze war, umschifft er elegant: «Als Grübel kam, hat man mich nicht um meine Meinung gefragt», so Senn.

Für den nächsten CEO nennt der Ehrenpräsident ein wichtiges Kriterium: «Es ist ein Vorteil, wenn er Schweizer ist.» Ermotti würde diese Bedingung erfüllen.

(vst/kgh/sda)

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