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UBS: Rund 1000 Stellen weniger als im September

Umbau bei der Investment Bank: Der Stellenabbau kostet, soll aber die Risiken minimieren. (Bild: Keystone)

Der Stellenabbau bei der UBS schreitet langsam voran: Im Schlussquartal 2012 fielen mehr als 1000 Arbeitsplätze bei der Grossbank weg. Damit hat die Bank bis 2015 noch einiges vor sich.

Veröffentlicht am 05.02.2013

Mit der Veröffentlichung des tiefroten Jahresergebnisses 2012 zeigt sich auch, wie der angekündigte Stellenabbau bei der UBS vorankommt:  Zum 31. Dezember 2012 beschäftige die Grossbank noch 62'628 Personen. Das sind 1117 Vollzeitstellen weniger als noch drei Monate zuvor (30. September:  63'745) und 2202 weniger als vor Jahresfrist (31. Dezember 2011: 64'820).

Ende Oktober hatte die UBS einen massiver Arbeitsplatzabbau von bis zu 10'000 Stellen angekündigt: «Bis 2015 wird UBS voraussichtlich noch rund 54'000 Mitarbeitende beschäftigen», schrieb die Bank damals in einer Mitteilung. Ein Viertel der Stellenstreichungen betreffe die Schweiz,  wo die Bank vor allem unterstützende Funktionen der Investment Bank beispielsweise in den Bereichen Informatik oder Personaldienstleistungen reduziere. Ansonsten soll der Jobabbau vor allem Zentren wie New York, London und Singapur treffen, wie ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. 

Würde die UBS in allen Quartalen der Jahre 2013 und 2014 so viele Stellen abbauen wie im letzten Jahresviertel 2012, käme sie etwa auf die anvisierten 10'000 Arbeitsplätze.

Jedoch gibt es Zweifel, ob dies gelingt: Vor Bekanntwerden der aktuellen Zahlen zeigte sich Eleanor Taylor Jolidon, Fondsmanagerin bei der Genfer Union Bancaire Privée, in der aktuellen «Handelszeitung» skeptisch, was das bisherige Tempo des Abbaus angeht: Die UBS sei «noch nicht sehr weit gekommen», stellt sie fest. Es sei unklar, wie der Abbau der insgesamt 10'000 Stellen ablaufen werde, und wie es der UBS genau gelingen soll, ihre risikogewichteten Aktiven in der Investmentbank innert nützlicher Frist zu reduzieren, sagte Jolidon zu den Plänen bei der Bank.

3500 Stellen sollen im administrativen Bereich wegfallen 

Der grosse Umbauplan ist tatsächlich erst teilweise konkret ausgearbeitet. Von den insgesamt 10'000 Stellen, die gestrichen werden sollen, entfällt rund die Hälfte auf die Investmentbank und die zudienenden Bereiche, wie die UBS entsprechende Recherchen der «Handelszeitung» bestätigte.

Wie in der Branche kolportiert wird, dürften davon rund 1500 im Front-Office wegfallen. Und ungefähr 3500 Stellen sollen im Corporate Center, also im administrativen Bereich, wegfallen. Da hier noch kein genauer Zeitplan bestehe, dürfte sich dieser Abbau noch bis 2015 hinziehen.

Die andere Hälfte der insgesamt 10'000 Stellen soll im Zuge bereits lancierter Kostensenkungsprogramme und vor allem im Rahmen von diversen Industrialisierungs-Initiativen wegfallen, die zurzeit aber erst in Planung sind, wie die UBS weiter mitteilt. Bei dem Stichwort «Industrialisierung» geht es um die Frage, welche Geschäftsaktivitäten die Bank aus Kostenüberlegungen noch selber erbringt und welche sie auslagert oder direkt von Dritten bezieht.

Während die Zahl der Stellen zuletzt abnahm, stieg der Personalaufwand: Nach 3,5 Milliarden Franken Ende 2011 und 3,8 Milliarden Franken Ende September 2012 lag er Ende 2012 bei 4 Milliarden Franken.

(tno/vst/aho)

 

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