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UBS schichtet wegen Basel III Milliarden in Asien um

Logo der UBS: Basel III zwingt Banken zum Handeln. Keystone

Die Grossbank drückt in Asien bei risikoreichen Anlagen auf die Kostenbremse. Grund sind die Kapitalvorschriften nach Basel III. Die UBS zieht über fünf Milliarden Dollar von Hedgefonds ab.

Veröffentlicht am 04.09.2015

Die UBS Group AG hat aus Kostengründen mehr als 5 Milliarden Dollar an risikoreicheren Einlagen im asiatisch-pazifischen Raum in alternative liquide Anlageformen umgeschichtet.

Die Schweizer Bank habe unter anderem Hedgefonds dabei geholfen, ihre liquiden Mittel in Zweckgesellschaften oder andere Konstruktionen zu verlagern, erklärte Alessandro Caironi, Leiter Kapitalmarkt und Vertrieb Bankprodukte für Asien-Pazifik bei UBS Wealth Managemnt in Hongkong. In diesen Fällen erhielten die Kunden Wertpapiere wie zum Beispiel kurzfristige strukturierte Schuldverschreibungen.

Höhere Gebühren wegen Basel III

«Kunden, die über Zweckgesellschaften Geld in diese alternativen Produkte investieren, erhalten einen höheren Kupon als normalerweise», sagte Caironi. «UBS profitiert davon, weil sie die Konten dieser Einleger behalten, die Beziehung aufrecht erhalten und in Zukunft mögliche Transaktionen durchführen kann.»

Die weltweite Umsetzung der Kapitalvorschriften nach Basel III, durch die Banken sicherer werden sollen, macht das Halten bestimmter Einlagen teurer - so auch die von Hedgefonds. JPMorgan Chase & Co., Citigroup Inc., HSBC Holdings Plc, Deutsche Bank AG und Bank of America Corp. haben Berichten zufolge ihren Kunden mitgeteilt, dass die neue Regulierung bestimmte Einlagen weniger profitabel macht und einigen mitgeteilt, dass sie Gebühren erheben werden.

Die Einlagen im asiatisch-Pazifischen Raum, die UBS in alternative Strukturen umgeschichtet hat, lauteten überwiegend auf US-Dollar oder Yen, so Caironi. Die Bank wolle noch im September auch andere asiatische Währungen anbieten.

Hedgfonds ziehen in Notzeiten Geld ab

«In Notzeiten scheint es, als würden Hedgefonds ihr Geld meist abziehen, um es anderweitig zu nutzen, anstatt es auf der Bank liegen zu lassen», sagte Graham Lim, Partner bei der Anwaltskanzlei Jones Day. «Die Banken suchen nach Wegen, um diese Einlagen zu behalten.»

Andere Lösungen für solche Einlagen können darin bestehen, dass die Banken höhere Zinsen für längere Anlagedauern bieten, in der Nutzung von Basisswaps oder der Umschichtung der Mittel in regulierte Geldmarktfonds, die im Allgemeinen als gleichwertig zu Cash angesehen werden, wie Lim erläutert.

Wie die Citigroup

Neben UBS hat auch Citigroup ihren asiatischen Kunden mit hohen liquiden Mitteln Alternativen angeboten. Durch die Lösung mit Collaterized Funds könne der Investor einen Spread oberhalb der Libor-Sätze erreichen, sagte Cyrille Troublaiewitch, Leiter Multi-Asset Group Asien-Pazifik bei der US-Bank.

«Bislang haben wir diese Lösung für Unternehmen und sehr vermögende Privatkunden angewendet», so Troublaiewitch. «Solch eine Struktur ist aber keine Einlage und daher auch nicht durch ein Einlagensicherungssystem gesichert.»

Durch die neuen Vorschriften kann mehr Vorbereitung auf unvorhergesehene Risiken notwendig werden. Manche Banken haben Analysen durchgeführt, um einen risikobereinigten Einlagenwert in ihren Portfolios zu ermitteln, sagte Toby Pittaway von der Beratungsfirma Oliver Wyman. “Diese Analysen helfen bei strategischen Entscheidungen, ob Einlagenvolumina verringert oder erhöht werden sollen, um die kostenträchtigen regulatorischen Liquiditätsanforderungen zu optimieren”, so Pittaway.

(bloomberg/dbe/hon)

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