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UBS-Skandal: Anwalt will sich mit Singapur verbünden

Die UBS sieht sich nach dem Liborskandal mit wütenden Aktionären konfrontiert. (Bild: Bloomberg)

Aktionärsanwalt Hans-Jacob Heitz fordert von der UBS-Spitze im Zuge des Libor-Skandals, Verantwortlichkeitsklagen gegen Marcel Ospel, Peter Wuffli, Marcel Rohner und Peter Kurer neu zu prüfen - und ho

Von Volker Strohm
am 20.12.2012

Der Zürcher Anwalt und Aktionärsschützer Hans-Jacob Heitz erhöht den Druck auf die UBS: «Ich vertrete die Auffassung, dass der Verwaltungsrat gut beraten wäre, diesen Problemkreis rasch zu bereinigen», schreibt er in einem Brief an den Verwaltungsrat, der «Handelszeitung Online» vorliegt. Im Visier hat Heitz die Verantwortlichen, die zu jener Zeit am Ruder waren, als die Libor-Manipulationen erfolgt sind  - konkret die «Ära Ospel», wie er im Gespräch sagt.

Rückblende: An der UBS-Generalversammlung 2010 wurde dem Verwaltungsrat für die Jahre 2008 und 2009 die Décharge erteilt - nicht aber für das Geschäftsjahr 2007. Damals liess sich Verwaltungsrats-Präsident Kaspar Villiger in den Medien mit der Aussage zitieren, dass sich die Einschätzung dann ändere, falls neue Tatsachen bekannt würden. Seit Bekanntwerden des Libor-Skandals ist dies zweifelsohne der Fall.

«Die Lage hat sich inzwischen deutlich geändert», so Heitz. Die Frage nach Verantwortlichkeitsklagen - konkret gegen Marcel Ospel, Peter Wuffli, Marcel Rohner und Peter Kurer - sei deshalb neu zu prüfen. «Die Décharge-Erteilung an der GV 2010 war aus heutiger Sicht meines Erachtens nicht rechtens», sagt der Anwalt.

Gespräch mit Axel Weber gesucht

Heitz sucht das Gespräch mit dem heutigen VR-Präsident Axel Weber, um im Hinblick auf die GV 2013 eine einvernehmliche Lösung zu finden. Diese könnte so aussehen, dass der heutige UBS-Verwaltungsrat sich mit den früheren Exponenten auf einen Vergleich einigen würden. Heitz äussert allerdings Zweifel an der Unabhängigkeit des aktuellen Gremiums.

Einzelklagen seien nicht realistisch, wie auch der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer gegenüber «Handelszeitung Online» bestätigt: «Generell sind Klagen immer heikel und sehr teuer.» In das gleiche Horn stösst Roby Tschopp, Geschäftsführer der Aktionärsvereinigung Actares: «Ich kann eine Klage nicht ausschliessen, halte die Erfolgschancen aber für gering.» Tschopp wundert sich zudem über die Welle der Entrüstung, die über das Land schwappt.

Sehr hohes Prozessrisiko

Heitz beziffert den im Rechtsfall vorzuschiessenden Betrag auf sechststellig - dies bei sehr hohem Prozessrisiko. Entsprechend setzt er darauf, gewichtige Aktionäre an Bord holen zu können. «Ich werde mit dem Staatsfonds in Singapur Kontakt aufnehmen», sagt Heitz. Dieser ist mit einem Aktienpaket von rund 6,5 Prozent an der Schweizer Grossbank beteiligt.

Auch für Fischer ist der Fall längst nicht gegessen: «Was vor Monaten noch kein Thema war, rückt mit der gestrigen Strafe auf den Radarschirm.»

Peter Wuffli - ehemaliger Konzernchef der UBS - wollte auf telefonische Anfrage zu den Vorgängen rund um den Libor-Fall gegenüber «Handelszeitung Online» keine Stellung nehmen. 

(redaktionelle Mitarbeit: Vasilije Mustur)

 

Bildergalerie: 2012 - das Skandal-Jahr der UBS

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