Mitte Januar wurden die Mitarbeiter der UBS von CEO Oswald J. Grübel nicht nur über ihren neuen Ethikkodex informiert, sondern auch über ihre neue interne Kaderschmiede: Die UBS Business University (siehe Seite 49), die zu einer der angesehendsten Aus- und Weiterbildungsstätten der Finanzindustrie werden soll.

Auf Anfrage der «Handelszeitung» sagt Gabriela Maria Payer, Head of UBS Business University: «Mit der Einführung eines einheitlichen Angebots für Führungskräfte und spezifischen Lernpfaden für die verschiedenen Funktionen revolutionieren wir die bisherige Ausbildung.» Angesprochen auf ihre Vorgaben, erklärt sie: «Mein Ziel ist, dass die UBS Business University zum finanziellen Erfolg der neuen UBS aktiv beiträgt.» Denn: «Nicht zuletzt wollen wir wieder zu einem der weltweit gefragtesten Arbeitgeber werden.»

Die UBS Business University wurde von Gabriela Maria Payer und ihrem 220-köpfigen Team in nur vier Monaten auf die Beine gestellt. Was sich die Grossbank ihre neue Kaderschmiede kosten lässt, will die UBS nicht beziffern.

Andere Schweizer Konzerne berichten, dass sie 2010 tendenziell nicht weniger in die Weiterbildung ihres Personals investieren werden als 2009. «Punktuell haben wir unser Weiterbildungsbudget sogar erhöhen können», sagt etwa Thomas Itten, Leiter Personalentwicklung der Mobiliar.

Auch die Credit Suisse und Raiffeisen Schweiz versichern, dass sie zumindest nicht weniger ausgeben wollen. Die Banken ergänzen, dass sie ihre Weiterbildungsangebote dahin gehend optimierten, dass sie sich klar auf bankenspezifische Themen konzentrierten.

«Victorinox steht für Beständigkeit und Nachhaltigkeit», betont Hans Schorno, Medienverantwortlicher des Traditionshauses - entsprechend würden alle bisherigen Weiterbildungsprogramme fortgesetzt. Ähnlich klingt es bei den nationalen Niederlassungen von Microsoft und Adidas.

Es gibt aber auch Schweizer Unternehmen, die zu Sparmassnahmen greifen: Sowohl bei Kuoni als auch bei Swiss wird das Weiterbildungsbudget heuer tiefer sein als im Vorjahr. Es werde aber nicht auf notwendige Kurse verzichtet, sondern nicht dringende Anliegen würden verschoben.

Ihre Ausgaben ebenfalls zurückgefahren hat Cilag, die Produktionsfirma der amerikanischen Pharmagruppe Johnson & Johnson. Das Unternehmen fördert gemäss Hartmut Kretschmer, Director HR der Cilag, Weiterbildungswünsche, die man für die Arbeit im Betrieb unbedingt braucht.