Der Steuerstreit in den USA ist für die UBS längst Geschichte – und kostete die Bank 780 Millionen Franken. In Frankreich droht der Bank aber noch grössers Ungemach als in Übersee.

Seit 2012 ermitteln die Behörden im Umfeld der UBS, diesen März wurde offiziell gegen die UBS-Tochter in Frankreich ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Beamten vermuten, die Bank habe reichen Franzosen zwischen 2004 und 2012 aktiv beim Steuerbetrug geholfen und dazu auch vor Geldwäscherei nicht zurückgeschreckt. Sollte die Grossbank für schuldig befunden werden, droht ihr im schlimmsten Fall eine Busse in der Höhe von fünf Milliarden Euro.

Rekordhalter in Frankreich

Im Herbst 2014 hatten die zuständigen Richter die Kaution für die UBS auf 1,1 Milliarden Euro berechnet – die höchste Kaution in der Geschichte der französischen Rechtssprechung. Die Summe war eine reine Schätzung. Die Richter berechneten, dass die für die reichen Franzosen zuständigen UBS-Banker Gelder in der Höhe von gegen 12,2 Milliarden Euro verwalteten. Davon leiteten sie die Kaution ab.

Die UBS wehrte sich vehement gegen jene Forderung, sie seien «beispiellos und ungerechtfertigt». Sowohl die rechtliche Grundlage als auch die Berechnungsmethode für diesen Betrag seien «grundlegend mangelhaft», bemängelte die Bank und bekräftigte, notfalls gegen den Entscheid bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen.

Klarheit über Gesamthöhe

Nun sind die Ermittler offenbar bei der Gesamtsumme der verwalteten Offshore-Vermögen reicher französischer UBS-Kunden weitergekommen. Die Wirtschaftszeitung «Les Echos» berichtet, dass die Ermittler in Deutschland Amtshilfe beantragten und so an Dokumente gekommen sind, die zeigen sollen, dass sich die verwalteten Vermögen um die 13 Milliarden Euro bewegen. Die Summe würde damit der Schätzung der Richter vom letzten Jahr ziemlich nahe kommen.

Bisher war den französischen Behörden im Gegensatz etwa zur Steueraffäre der Schweizer HSBC-Tochter nicht klar, wer alles als UBS-Kunde gelistet war und wie hoch die Vermögen waren. Den Akten aus Deutschland komme darum im Fall, der in Frankreich als «Affaire Carnets du Lait» («Milchbüchlein-Rechnung») bekannt ist, grosse Bedeutung zu, schreibt «Les Echos».

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Besuch aus USA

Die französische Justiz macht im Fall UBS weiter vorwärts. Ende Februar 2015 reiste Ex-UBS-Manager Bradley Birkenfeld nach Paris. Er wurden von den Justizbeamten eingeladen. Whistleblower Birkenfeld war bereits zentral in der Steueraffäre der UBS in den Vereinigten Staaten. Sollte die Grossbank in Frankreich für schuldig befunden werden, droher ihr im schlimmsten Fall eine Busse in der Höhe von fünf Milliarden Euro.