Die UBS will als erste internationale Grossbank über ihre eigene Rolle bei der Manipulation an den internationalen Devisenmärkten aussagen. Demnach wiederhole das Institut seine Bemühungen in den USA und in der Europäischen Union (EU), um Immunität zu erreichen und hohe Strafen zu vermeiden. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg unter Verweis auf zwei mit den Vorgehen bei der UBS vertraute Personen.

Damit reagiert das Finanzinstitut auf die anscheinend fortgeschrittenen  Untersuchungen der weltweit ermittelnden Aufsichtsbehörden. Gegenüber handelszeitung.ch wollte sich ein UBS-Sprecher in Zürich nicht äussern.

Klar scheint jedoch, dass alle rund um den Globus im Fokus stehenden Grossbanken ein solches Kronzeugenprogramm zumindest in Erwägung ziehen, um hohen Kartellstrafen zu entgehen. Vor allem in den USA ist die Wahrscheinlichkeit für Strafimmunität sehr hoch, sofern ein Unternehmen als erstes Vergehen gesteht und mit den Behörden zusammenarbeitet. Die EU gewährt auch Unternehmen, die als zweite oder dritte Verdächtige gestehen und kooperieren, Strafnachlässe. Ein Sprecher der EU in Brüssel wollte nicht kommentieren, ob der UBS Immunität angeboten würde.

Libor: UBS kennt die Kronzeugenrolle

Der Nachrichtenbericht von Bloomberg bestätigt damit auch eine ähnliche Meldung von Anfang Februar. Bereits im September habe das Institut dem US-Justizministerium Informationen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Verfügung gestellt, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters.

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Für die UBS wäre die Rolle als Kronzeuge kein neues Terrain: Im Dezember entging die grösste Schweizer Bank wohl einer Strafe in Milliardenhöhe, als sie ihr eigenes Fehlverhalten bei der Manipulation des Londoner Interbankenzinssatzes Libor offenlegte. Die Bank habe die Vorzüge einer solchen Kooperation verstanden, sagte Douglas Tween, Anwalt bei Baker & Mc Kenzie LLB und früherer Jurist beim US-Justizdepartment zu Bloomberg.

Die UBS gehört neben der Deutschen Bank, Barclays und der Citi Group zu den grössten Playern am Markt für Devisentransaktionen. Weltweit wurden seit Beginn der Ermittlungen im vergangenen Juni rund 20 bis 30 Devisenhändler gefeuert.