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UBS und Credit Suisse setzen auf Zeitarbeiter

UBS-Zentrale in New York: Immer mehr temporär Angestellte. keystone

UBS und Credit Suisse beschäftigen bereits mehr als 50'000 temporäre Mitarbeiter. Ihre Aufgaben unterscheiden sich kaum von denen Festangestellter, die Banken sparen aber Kosten mit den Zeitverträgen.

Veröffentlicht am 12.03.2017

Die traditionelle Festanstellung wird zum Auslaufmodell. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, beschäftigen die beiden Grossbanken bereits über 50'000 temporäre Projektmitarbeiter, sogenannte Contractors. Bei der UBS entfallen auf 60'000 interne Mitarbeiter rund 30'000 Contractors. Die Credit Suisse beschäftigt neben ihren 47'000 Festangestellten weitere 23'000 Temporäre.

Diese erhalten den Lohn zwar von einer Partnerfirma, unterscheiden sich sonst aber kaum von den internen Mitarbeitern. So besitzen sie wie die Festangestellten eine bankeigene Mail-Adresse und eine interne Telefonnummer. Die Konzerne können auf diese Weise ihre Flexibilität erhöhen und Kosten sparen. Gemäss «NZZ am Sonntag» betrifft auch der aktuelle Stellenabbau bei der Credit Suisse vor allem die externen Contractors. Ihre Zahl ging im letzten Jahr um über 6000 zurück, während bei den internen Mitarbeitern lediglich rund 1000 Stellen gestrichen wurden.

Auslagerungen von Kernbereichen

Dass die Auslagerungswelle immer häufiger die Kernbereiche der Unternehmen erfasst, bestätigt ebenfalls eine Studie der Beratungsfirma McKinsey. Demnach haben in den USA und Europa bereits etwa 20 bis 30 Prozent der Beschäftigten keine Festanstellung.

Die UBS verlagert ausserdem Arbeitsplätze in regionale Standorte der Schweiz. Nach der Umsiedelung von 500 Jobs nach Schaffhausen will die grösste Schweizer Bank weitere 1000 Stellen verschieben. «Wir planen, ein bis zwei zusätzliche Zentren in der Region anzusiedeln», sagt Axel Lehmann, der operative Chef der UBS, in der «NZZ am Sonntag». Dabei rechnet die UBS mit Zentren in ähnlicher Grössenordnung wie Schaffhausen.

Einsparpotenzial von 12 bis 20 Prozent

Die Mitarbeiter in diesen Zentren erledigen typische Backoffice- und Corporate-Center-Aufgaben wie IT-, Service- und Unterstützungsfunktionen. Zurzeit evaluiert die Grossbank verschiedene Standorte. Infrage kommen etwa Orte entlang der Südachse, also von Luzern bis ins Tessin, aber auch die Regionen Mittelland, Solothurn und das Berner Seeland bis nach Biel, das über grosse Gewerbeflächen verfügt. «Wir werden in den Regionen substanziell Arbeitsplätze schaffen», kündigt Lehmann an. Die Verlagerung in die Regionen soll sich finanziell lohnen: Insgesamt beziffert Lehmann das Einsparpotenzial mit 12 bis 20 Prozent.

(me)

 

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