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Derivate
UBS und CS droht in den USA neues Ungemach

Filiale der UBS in New York: Hier könnte der Grossbank eine neue Klage drohen. (Bild: Keystone)

In den USA droht denjenigen Instituten eine neue Klagewelle, die den Handel mit Kreditausfallversicherungen dominieren. Ins Visier geraten sind auch die beiden Schweizer Grossbanken.

Veröffentlicht am 31.07.2013

In den USA rollt eine neue Klagewelle auf Banken zu, die den Handel mit Kreditausfallversicherungen («Credit Default Swaps»/CDS) dominieren. Wertpapierhändler und grosse Anleger überziehen sie nun mit Kartellklagen, weil sie sich durch Absprachen der Banken und Informationsdefizite übervorteilt fühlen.

CDS waren in der Finanzkrise in die Kritik gekommen, weil sie die Krise angefacht oder zumindest verschärft haben sollen. Mit diesen Kreditausfall-Derivaten sichern sich Investoren nicht nur gegen Pleiten von Staaten und Firmen ab, sie können auch explizit auf die Bonität eines Schuldners wetten und diesen damit in Bedrängnis bringen.

Die Vorwürfe wiegen schwer

Zu den Klägern hat sich nun auch die Fondssparte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gesellt, die 13 Banken, den Datenanbieter Markit und den Derivate-Verband ISDA vor einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois verklagt hat. Auch das US-Justizministerium und die EU verfolgen Kartellvorwürfe gegen 13 Banken, die ISDA und Markit.

Die Kläger in Illinois werfen den Banken und Händlern vor, dass sie ihre Stellung ausgenutzt hätten. Sie hätten damit einen unabhängigen Abwickler daran gehindert, einen Börsenhandel mit CDS aufzubauen, Marktteilnehmern den Zugang zu Echtzeit-Kursen verweigert und neuen Marktteilnehmern den Zugang zu dem Markt versperrt.

Dadurch, so glauben die Kläger, hätten sie überhöhte Gebühren beim Kauf und Verkauf von CDS zu tragen gehabt. Vor dem gleichen Gericht hatten zuvor schon ein Pensionsfonds aus Ohio, eine Pensionskasse von Stahlarbeitern und eine Gruppe dänischer Pensionsfonds Klagen eingereicht.

UBS und Credit Suisse im Visier

Zu den Beschuldigten gehören die US-Banken JP Morgan und Citigroup, die zusammen angeblich 60 Prozent des Marktes kontrollieren. Auch die amerikanischen Institute Morgan Stanley, Bank of America Merrill Lynch und Goldman Sachs werden beschuldigt.

In Europa richten sich die Klagen gegen die französische BNP Paribas, die britischen Banken HSBC, Barclays und Royal Bank of Scotland sowie die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse. Die Klage der LBBW richtet sich zudem gegen die US-Bank Wells Fargo.

Sie zeichnen den Klageschriften zufolge für mehr als 95 Prozent des Handels mit CDS in Dollar verantwortlich. Jedes Jahr würden CDS im Volumen von 30 Billionen Dollar gehandelt. Die Geldhäuser verdienten damit zusammen zwischen acht und elf Milliarden im Jahr, heisst es in der Klage der LBBW.

(muv/vst/sda)

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