Jetzt hat auch die CS die Anleger brüskiert: Nur eine Woche nach dem Jahresabschluss präsentiert sie neue Wertberichtigungen von 2,85 Mrd Dollar und gesteht damit ein, dass sie doch tiefer im US-Kreditsumpf steckt. Auch bei der UBS schweben weitere Abschreiber wie ein Damoklesschwert über der ausserordentlichen Generalversammlung vom 27. Februar. Dort entscheiden die Aktionäre über die Kapitalspritze von 13 Mrd Fr. aus Singapur und dem Nahen Osten. Dabei hat der Gegenvorschlag der Anlagestiftung Ethos – anders als die beantragte Sonderprüfung – wenig Chancen auf Erfolg.

FDP-Nationalrat Otto Ineichen fordert nach dem US-Kreditdebakel, dass die Denkweise der Bankspitzen stärker auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtet wird: «Manager global tätiger Unternehmen sollten nicht nur am Gewinn beteiligt sein, sondern ebenso mit ihrem Salär und ihren Boni an Verlusten partizipieren.»

Allen Rücktrittsaufforderungen zum Trotz scheint UBS-VR-Präsident Marcel Ospel fest im Sattel zu sitzen. Wenn vielleicht auch nur aus einem Grund: Es ist kein Nachfolger in Sicht. Nach Einschätzung von Philippe Hertig, Managing Partner von Egon Zehnder International, ist Kompetenz bei der Besetzung von VR-Präsidien wichtiger als ein schillernder Name. Auch sei es in Krisensituationen oft besser, jemanden von extern zu holen. «Denn der kann, da er keine Mitschuld an der Misere trägt, leichter wieder Vertrauen aufbauen.»

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