Der Ruf nach der Finanzaufsicht Australiens ASIC wurde in den letzten Tagen immer lauter. Grund sind die Turbulenzen um Newcrest Mining, den grössten Goldbergbaukonzern des Landes. Mehrere Analysten stuften kürzlich gleichzeitig die Aktien des Unternehmens aus Melbourne herunter, so auch die von UBS, Credit Suisse und Morgan Stanley. Sie taten dies kurz bevor das Unternehmen letzten Freitag einen massiven Abschreiber von 6 Milliarden australischen Dollar bekanntgab.

Nun wittern Finanzexperten Insidergeschäfte. Es sei sehr ungewöhnlich, dass fünf Analysten ihre Prognosen über Newcrest exakt zur selben Zeit änderten, meinte Charlie Aitken, Direktor von Bell Potter Securities, in der australischen Zeitung «The Daily Telegraph». «Was noch viel ungewöhnlicher ist: Alle gaben den gleichen Grund an», und dies, obwohl aus damals verfügbaren Informationen von Newcrest nicht darauf geschlossen werden konnte, so Aitken.

Zufälle, die keine sind?

Die Aktien von Newcrest befinden sich im Sinkflug, in kurzer Zeit wurde so über eine Milliarde an Börsenwert vernichtet. Die Probleme des Konzerns rühren auch vom sinkenden Goldpreis her. Er schliesst nun den Ableger in Brisbane und entlässt Personal in noch unbekannter Höhe.

Die Finanzaufsicht ASIC und auch die australische Börse ASX untersuchten nun auch die Vorkomnisse, berichtet die Australian Financial Review am Wochenende. Die UBS war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Sprecher von Credit Suisse sagte gegenüber handelszeitung.ch, man könne den Vorfall nicht kommentieren.

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(chb/se)